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3. September 1875 – Geburtstag Ferdinand Porsche

Heute vor 148 Jahren wurde einer der bedeutendsten Automobilkonstrukteure der Welt geboren: Ferdinand Porsche.

Heute vor 148 Jahren wurde einer der bedeutendsten Automobilkonstrukteure der Welt geboren: Ferdinand Porsche. Sein Name ist untrennbar mit der Geschichte des Automobils verbunden, von den Anfängen der Elektro- und Hybridfahrzeuge über die legendären Sportwagen von Mercedes und Porsche bis hin zum Volkswagen, dem „Auto des Volkes“.

Ferdinand Porsche wurde am 3. September 1875 in Maffersdorf (heute Vratislavice/Tschechien) bei Reichenberg (heute: Liberec) in Nordböhmen geboren. Er war das dritte Kind eines Spenglers und zeigte schon früh ein außergewöhnliches technisches Talent. Er installierte eine elektrische Beleuchtungsanlage in der väterlichen Werkstatt und besuchte Abendkurse an der Reichenberger Staatsgewerbeschule. Nach der Volksschule begann er eine Lehre im Installateurbetrieb seines Vaters.

1893 trat er in die Elektrotechnikfirma B. Egger & Co. in Wien ein, wo er in vier Jahren vom Mechaniker zum Leiter der Prüfabteilung aufstieg. Dort erfand er den Radnabenelektromotor, für den er 1896 ein Patent anmeldete. 1899 wechselte er zu den Lohner-Werken und baute dort sein erstes Elektroauto, das auf der Pariser Weltausstellung 1900 präsentiert wurde. Im Jahr darauf konstruierte er das weltweit erste Fahrzeug mit Allradantrieb, den Lohner-Porsche, sowie 1902 auch das erste Hybridfahrzeug der Welt.

1906 ging er als Entwicklungs- und Produktionsleiter zu Austro-Daimler nach Wiener Neustadt. Dort befasste er sich mit der Entwicklung von Personenfahrzeugen, Flugmotoren und Sportwagen. 1910 gewann er mit Heinrich Schönfeldt die Prinz-Heinrich-Fahrt, eine Zuverlässigkeitsprüfung, mit einem von ihm entworfenen Austro-Daimler, den er selbst steuerte. Im Ersten Weltkrieg konstruierte er den Landwehr-Train, eine benzin-elektrisch angetriebene Zugmaschine mit automatisch gesteuerten Anhängern.

1917 wurde er zum Generaldirektor der österreichischen Daimler-Motoren KG Bierenz, Fischer & Co. berufen. Von 1923 bis 1929 arbeitete er als Technischer Direktor und Vorstandsmitglied bei Daimler in Stuttgart-Untertürkheim. Dort entwickelte er den ersten Kompressormotor, der im berühmten Mercedes SSK verbaut wurde. 1924 wurde ihm von der Technischen Hochschule Stuttgart der Titel des Doktor Ingenieurs ehrenhalber verliehen.

Von 1929 bis 1930 war er noch kurz bei Steyr-Werke AG tätig, bevor er sich 1931 mit dem Ingenieurbüro Dr. Ing. h.c. F. Porsche GmbH in Stuttgart selbstständig machte. Als erstes Patent des Unternehmens wurde die Drehstabfederung angemeldet. Er begann auch die Entwicklung von Porsche-Traktoren.

Ab 1934 konstruierte er im Auftrag des Reichsverbandes der Deutschen Automobilindustrie den Kraft-durch-Freude-Wagen, später Volkswagen genannt, das Vorzeigeprodukt der nationalsozialistischen Wirtschafts- und Technologiepolitik. Er entwarf einen luftgekühlten Heckmotor mit Heckantrieb, der sich durch seine Einfachheit, Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit auszeichnete. Er war auch an der Planung und dem Aufbau des Volkswagenwerkes in Wolfsburg beteiligt.

Porsche war Mitglied der NSDAP und Offizier der SS. Er wurde mit dem Deutschen Nationalpreis für Kunst und Wissenschaft, dem SS-Ehrenring und dem Kriegsverdienstkreuz ausgezeichnet. Er war auch an der Entwicklung von Panzern, Raketen und Flugzeugen für das NS-Regime beteiligt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Porsche von den französischen Behörden verhaftet und in einem Gefängnis in Dijon inhaftiert. Er wurde erst 1947 gegen eine hohe Kaution freigelassen. Sein Sohn Ferry Porsche führte in der Zwischenzeit das Unternehmen weiter und baute den ersten Porsche-Sportwagen, den Porsche 356, der auf dem Volkswagen basierte.

Ferdinand Porsche starb am 30. Januar 1951 in Stuttgart an den Folgen eines Schlaganfalls. Er hinterließ ein Erbe, das bis heute die Automobilwelt prägt. Seine Firma Porsche AG ist einer der führenden Hersteller von Sport- und Luxuswagen, die für ihre Leistung, Qualität und Innovation bekannt sind. Sein Name ist auch mit dem Motorsport verbunden, wo er zahlreiche Siege und Titel errang. Er wurde 1996 in die International Motorsports Hall of Fame aufgenommen und 1999 zum Car Engineer of the Century ernannt.

Ferdinand Porsche war ein genialer Ingenieur, der die Grenzen des technisch Machbaren immer wieder neu definierte. Er war ein Pionier der Elektro- und Hybridtechnik, der Kompressor- und Turbomotoren, der Allrad- und Heckantriebe, der Drehstabfederung und vieles mehr. Er war aber auch ein umstrittener Unternehmer, der von den politischen Verhältnissen seiner Zeit profitierte und sich mit ihnen arrangierte. Er war ein Mann mit vielen Facetten, der die Geschichte des Automobils maßgeblich mitgestaltete.

Bild: Gemeinfrei

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