Heute vor 128 Jahren starb Adam Opel, der Gründer der berühmten Automobilfirma Opel. Er war ein deutscher Unternehmer, der zunächst mit Nähmaschinen und Fahrrädern Erfolg hatte, bevor er sich dem Automobilbau zuwandte. Er hinterließ seine Frau Sophie und fünf Söhne, die das Familienunternehmen weiterführten.
Adam Opel wurde am 9. Mai 1837 in Rüsselsheim als Sohn eines Schlossermeisters geboren. Er lernte bei seinem Vater das Schlosserhandwerk und ging dann auf Wanderschaft durch Belgien, England und Frankreich. In Paris kam er mit der damals neuen Erfindung der Nähmaschine in Kontakt und arbeitete in zwei Nähmaschinenfabriken. 1862 kehrte er nach Rüsselsheim zurück und gründete seine eigene Nähmaschinenmanufaktur in einem ehemaligen Kuhstall. Sein Bruder Georg half ihm bei der Beschaffung von Materialien und Maschinenteilen aus Frankreich. Die Firma Opel wuchs schnell und wurde zu einem der größten Nähmaschinenhersteller Deutschlands. 1868 heiratete Adam Opel Sophie Scheller, die Tochter eines Gastwirts und Brauereibesitzers. Sie brachte eine große Mitgift mit, die sie in das Unternehmen investierte. Sie überzeugte auch ihre Schwestern, sich an der Firma zu beteiligen, und ermöglichte so den Kauf einer Dampfmaschine zur Erweiterung der Produktion.
Im Jahr 1886 begann Adam Opel auch mit der Herstellung von Fahrrädern, nachdem er von einem Hochrad in Paris fasziniert war. Er bestellte zunächst Teile aus England und baute sein eigenes Fahrrad zusammen, das er jedoch als “Knochenbrecher” ablehnte. Er änderte seine Meinung, als er merkte, dass er die Fahrräder leicht verkaufen konnte und mehr Gewinn als mit den Nähmaschinen machte. Seine Söhne drängten ihn auch dazu, ihnen Fahrräder zu schenken. Die Firma Opel entwickelte sich zum größten Fahrradhersteller Deutschlands und produzierte verschiedene Modelle, darunter auch das erste deutsche Sicherheitsniederrad.
Adam Opel starb am 8. September 1895 an den Folgen einer Typhuserkrankung. Er wurde im Opel-Mausoleum in Rüsselsheim bestattet. Er war seit 1890 Mitglied des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) und des Frankfurter Bezirksvereins des VDI. Seine Witwe Sophie übernahm gemeinsam mit den fünf Söhnen Carl, Wilhelm, Heinrich, Fritz und Ludwig die Leitung der Firma. Vier Jahre nach seinem Tod, im Jahr 1899, begann die Familie Opel mit der Automobilproduktion, die sie zum größten deutschen Automobilhersteller machte. Wilhelm und Heinrich wurden 1917 in den großherzoglich hessischen Adelsstand erhoben, Carl folgte 1918. Fritz und Ludwig blieben bürgerlich.
Die Firma Opel wurde 1862 von Adam Opel gegründet und entwickelte sich zu einem der größten deutschen Automobilhersteller. Im Jahr 1929 übernahm die amerikanische General Motors Corporation (GM) 80 Prozent der Anteile an Opel und erwarb 1931 die restlichen 20 Prozent. Damit wurde Opel zur europäischen Tochter von GM, die vor allem für den anspruchsvollen Markt in Europa zuständig war. Allerdings konnte Opel seit 1999 keinen Gewinn mehr erzielen und geriet in eine tiefe Krise. GM prüfte daher mehrmals einen Verkauf oder eine Ausgliederung von Opel, scheiterte aber an verschiedenen Hindernissen, wie dem Widerstand der Arbeitnehmervertreter, der Politik und der Konkurrenz. Erst im Jahr 2017 gelang es GM, einen Käufer für Opel zu finden: die französische PSA-Gruppe, zu der die Marken Peugeot, Citroën und DS gehören. Der Verkauf wurde im August 2017 abgeschlossen und umfasste auch die britische Schwestermarke Vauxhall. Mit der Übernahme entstand der zweitgrößte Autokonzern Europas nach Volkswagen. Opel soll nun unter der Führung von PSA aus den roten Zahlen herauskommen und seine Position auf dem europäischen Markt stärken.
Für Besserwisser hier einige Statistiken zu Opel:
- Opel wurde 1862 von Adam Opel gegründet und gehört mittlerweile zum Stellantis-Konzern.
- Im Jahr 2020 setzte Opel etwa 12,9 Milliarden Euro um, das entspricht einem Rückgang von über 25 Prozent gegenüber 2019.
- Der Fahrzeugabsatz von Opel und Vauxhall ging 2020 auf 632.700 Fahrzeuge zurück, etwa 340.000 Einheiten weniger als im Vorjahr.
- Im Juli 2023 konnte Opel rund 12.700 Neuzulassungen in Deutschland verbuchen, das entspricht einer Zunahme von etwa 5,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
- Opel ist zusammen mit Peugeot in der oberen Mittelklasse platziert und konkurriert mit anderen Marken wie Fiat und Citroën im Stellantis-Konzern.
Adam Opel gilt als einer der Pioniere der deutschen Industrie und als ein visionärer Unternehmer, der sich ständig neuen Herausforderungen stellte. Sein Name ist untrennbar mit der Geschichte des Automobils verbunden. Sein Lebenslauf ist ein Beispiel für den Aufstieg vom Handwerker zum Industriellen im Zeitalter der Industrialisierung.
Bild: Gemeinfrei | GemeinfreiBildquellen auf dieser Seite:
- Adam_Opel-gemeinfrei-crop: Gemeinfrei | Gemeinfrei
- Thomas Edison: Gemeinfrei | Gemeinfrei