Vor 226 Jahren, am 22. Oktober 1797, schrieb ein französischer Physiker Geschichte, als er sich aus einem Ballonkorb in die Tiefe stürzte und mit einem selbstgebauten Fallschirm sanft landete. Sein Name war André-Jacques Garnerin, und er war der erste Mensch, der einen Fallschirmsprung wagte.
Garnerin war ein begeisterter Ballonfahrer, der während der Französischen Revolution als Spion für die Republik arbeitete. Er wurde von den Österreichern gefangen genommen und in einem ungarischen Gefängnis eingesperrt, wo er die Idee eines Fallschirms entwickelte. Nach seiner Freilassung baute er einen Fallschirm aus Seide, der einem Regenschirm ähnelte. Er befestigte ihn an einem Heißluftballon und stieg mit einem Korb in die Luft.
Am 22. Oktober 1797 führte er seinen ersten öffentlichen Versuch im Pariser Parc Monceau durch. Vor den Augen von Tausenden von Zuschauern erreichte er eine Höhe von etwa 400 Metern und kappte das Seil, das den Ballon mit dem Korb verband. Der Fallschirm öffnete sich und Garnerin begann seinen Abstieg. Er schwankte stark hin und her, da sein Fallschirm keine Lüftungsöffnung hatte, die die Luft entweichen ließ. Trotzdem landete er sicher auf dem Boden und wurde von der Menge bejubelt.
Garnerin gilt als der Erfinder des modernen Fallschirms und als der Pionier des Fallschirmsports. Er führte weitere Sprünge durch, unter anderem aus einer Höhe von 800 Metern über London im Jahr 1802. Er starb im Jahr 1823 bei einem Unfall, als er einen neuen Ballon testete. Seine Frau Jeanne-Geneviève Garnerin und seine Nichte Élisa Garnerin setzten seine Leidenschaft fort und wurden ebenfalls berühmte Fallschirmspringer.
Der erste Fallschirmsprung von Garnerin war ein mutiger Akt, der die Grenzen des Möglichen erweiterte und die Faszination für das Fliegen weckte. Er war ein wissenschaftlicher Pionier, der die Schwerkraft herausforderte und den Weg für die Entwicklung der Luftfahrt ebnete.
