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2. Januar 1776 – Maria Theresia schafft die Folter ab

Am 2. Januar 1776 erließ Kaiserin Maria Theresia ein Handbillett, das die Folter in den österreichischen Erblanden für immer verbot.

Am 2. Januar 1776 erließ Kaiserin Maria Theresia ein Handbillett, das die Folter in den österreichischen Erblanden für immer verbot. Damit folgte sie dem Zeitgeist der Aufklärung und dem Drängen ihres Sohnes und Mitregenten Joseph II., der die Folter als barbarisch und unwirksam ansah. Die Abschaffung der Folter war eine schwere Entscheidung für die Monarchin, die sich selbst als konservativ und traditionsbewusst bezeichnete. Noch 1768 hatte sie eine neue Strafprozessordnung, die Constitutio Criminalis Theresiana, erlassen, die die Folter zwar gesetzlich regelte, aber nicht in Frage stellte.

Die Folter war seit dem Mittelalter ein anerkanntes Mittel der Wahrheitsfindung im Strafprozess. Durch das Zufügen von Schmerzen sollten Verdächtige oder Überführte zu einem Geständnis oder zur Aussage über Mittäter gebracht werden. Doch die Folter war oft willkürlich, grausam und unzuverlässig. Viele Unschuldige litten unter der Tortur oder gaben falsche Geständnisse ab, um dem Leiden zu entkommen. Im 18. Jahrhundert erhoben sich immer mehr Stimmen gegen die Folter, die sie als unmenschlich, unchristlich und unvernünftig verurteilten. Die Aufklärung forderte eine Reform des Strafrechts, die auf Vernunft, Gerechtigkeit und Humanität beruhte.

Österreich war nicht das erste Land, das die Folter abschaffte. Schon 1740 hatte der preußische König Friedrich II. die Folter verboten, außer bei Fällen von Hoch- oder Landesverrat und schweren Mordtaten. Auch andere europäische Staaten wie Frankreich, Russland oder die Niederlande schafften die Folter im Laufe des 18. Jahrhunderts ab. In Österreich galt das Verbot zunächst nur für die deutschen Erblande, Galizien und das Banat. In Ungarn, das eine eigene Verfassung hatte, wurde die Folter erst 1787 abgeschafft.

Die Abschaffung der Folter in Österreich war ein Meilenstein der Menschlichkeit und ein Zeichen des Fortschritts. Sie zeigte, dass die Kaiserin Maria Theresia, die als eine der bedeutendsten Herrscherinnen der Geschichte gilt, bereit war, sich dem Wandel der Zeit anzupassen und die Reformen ihres Sohnes zu unterstützen. Die Folter gehörte fortan der Vergangenheit an.

Maria Theresia starb am 29. November 1780 in Wien an einem Lungenödem. Sie wurde in der Kapuzinergruft beigesetzt, neben ihrem geliebten Ehemann Franz Stephan, der 1765 gestorben war. Sie hinterließ ein großes Erbe, sowohl in politischer als auch in kultureller Hinsicht. Sie gilt als eine der bedeutendsten Herrscherinnen der Geschichte und als eine der prägenden Figuren der österreichischen Identität. Sie wurde von vielen als gerecht, fromm und fürsorglich verehrt, aber auch als stolz, eigensinnig und intolerant kritisiert. Sie war eine Frau, die ihre Rolle als Monarchin, Ehefrau und Mutter mit Leidenschaft und Pflichtbewusstsein erfüllte. Sie war eine Kaiserin, die Österreich zu einer europäischen Großmacht machte.

Bild: Werner Niedermeier | Werner Niedermeier
Bild: Werner Niedermeier

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