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20. Januar 1920 – Geburtstag Federico Fellini

Am 20. Januar 2024 wäre Federico Fellini, einer der einflussreichsten Filmemacher Italiens, 104 Jahre alt geworden.

Am 20. Januar 2024 wäre Federico Fellini, einer der einflussreichsten Filmemacher Italiens, 104 Jahre alt geworden. Der italienische Regisseur und Drehbuchautor, der viermal den Oscar für den besten fremdsprachigen Film gewann, ist vor allem für seinen unverwechselbaren Stil bekannt, der Fantasie und barocke Bilder mit Erdverbundenheit verbindet.

Fellini wurde 1920 in Rimini geboren, einer kleinen Stadt an der Adria. Schon als Kind zeigte er ein Talent für Zeichnen und Geschichtenerzählen, das er später als Journalist und Karikaturist weiterentwickelte. Während des Zweiten Weltkriegs zog er nach Rom, wo er seine spätere Frau, die Schauspielerin Giulietta Masina, kennenlernte. Er begann auch, Drehbücher für verschiedene Regisseure zu schreiben, darunter Roberto Rossellini, mit dem er an Meisterwerken des Neorealismus wie Roma, città aperta (1945) und Paisà (1946) arbeitete.

Sein Debüt als Regisseur gab Fellini 1950 mit Luci del varietà, einer Komödie über eine Wandertheatertruppe, die er zusammen mit Alberto Lattuada inszenierte. Sein erster alleiniger Film war Lo sceicco bianco (1952), eine Satire auf die italienische Gesellschaft und die Illusionen des Kinos. Mit I vitelloni (1953), einem Porträt einer Gruppe von gelangweilten jungen Männern in einer Provinzstadt, gewann er seinen ersten internationalen Erfolg und den Silbernen Löwen bei den Filmfestspielen von Venedig.

Fellini etablierte sich als einer der originellsten und kreativsten Filmemacher seiner Zeit mit einer Reihe von Filmen, die sowohl Kritiker als auch Publikum begeisterten. La Strada (1954), eine poetische Fabel über das Schicksal einer naiven Frau (gespielt von Masina), die von einem brutalen Schausteller (Anthony Quinn) gekauft wird, erhielt den ersten Oscar für den besten fremdsprachigen Film für Italien. Le notti di Cabiria (1957), eine tragikomische Geschichte einer Prostituierten (wiederum Masina), die nach Liebe sucht, erhielt den zweiten Oscar für Fellini. La dolce vita (1960), ein episodischer Film über das dekadente Leben in Rom, löste einen Skandal aus, wurde aber auch mit der Goldenen Palme in Cannes ausgezeichnet und prägte den Begriff “paparazzi” für aufdringliche Fotografen.

Mit 8½ (1963), einem autobiografischen Film über die kreative Krise eines Regisseurs (Marcello Mastroianni), schuf Fellini sein Meisterwerk, das von vielen als einer der besten Filme aller Zeiten angesehen wird. Der Film, der die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit verwischt, erhielt den dritten Oscar für Fellini und wurde zu einer Ikone der Filmkunst. Fellini setzte seine experimentelle und persönliche Filmografie mit Filmen wie Giulietta degli spiriti (1965), einem farbenfrohen und surrealen Porträt einer unglücklichen Hausfrau (Masina); Fellini Satyricon (1969), einer freien Adaption eines antiken Romans; Roma (1972), einer liebevollen Hommage an die Ewige Stadt; Amarcord (1973), einer nostalgischen Erinnerung an seine Jugend in Rimini, die ihm den vierten Oscar einbrachte; und Fellini Casanova (1976), einer ironischen Interpretation des Lebens des berühmten Verführers (Donald Sutherland).

In den 1980er Jahren drehte Fellini noch drei Spielfilme: La città delle donne (1980), eine provokative Reflexion über die Rolle der Frau in der Gesellschaft; E la nave va (1983), eine elegische Komödie über den Untergang einer Kreuzfahrt im Ersten Weltkrieg; und Ginger e Fred (1986), eine bittersüße Reunion zweier alter Tänzer (Mastroianni und Masina), die von einem trivialen Fernsehprogramm ausgenutzt werden. Sein letzter Film war Intervista (1987), ein Dokumentarfilm über die Dreharbeiten zu einem fiktiven Film, in dem er sich selbst und seine Liebe zum Kino spielt.

Fellini starb 1993 in Rom an einem Herzinfarkt, kurz nachdem er einen Ehrenoscar für sein Lebenswerk erhalten hatte. Er hinterließ ein reiches Erbe an Filmen, die Generationen von Filmemachern inspiriert und beeinflusst haben. Sein Name ist zum Synonym für eine einzigartige und unvergessliche Art des Filmemachens geworden, die als “felliniesk” bezeichnet wird.

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