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28. Februar 1991 – Erstes Bezahlfernsehen in Deutschland beginnt mit Sendungsausstrahlung

33 Jahre Premiere: Die wechselvolle Geschichte des deutschen Bezahlfernsehens.

Vor 33 Jahren, am 28. Februar 1991, startete Premiere als erster deutscher Bezahlfernsehsender seinen Sendebetrieb. Das Programm bot aktuelle Spielfilme, Live-Sport, Dokumentationen und Konzerte ohne Werbeunterbrechung. Doch der Weg zum Erfolg war steinig und voller Konkurrenzkämpfe, Eigentümerwechsel und finanzieller Krisen. Heute heißt der Sender Sky und ist Marktführer im deutschen Pay-TV-Markt.

Premiere ging aus dem Deutschland-Geschäft des Schweizer Teleclubs hervor, der 1988 in Deutschland auf Sendung ging. Die Eigentümer waren die Kirch-Gruppe, die Bertelsmann AG und Canal Plus. Um das Programm bekannt zu machen, wurden einige Eigenproduktionen wie Zapping, das Talkmagazin 0137 und Kalkofes Mattscheibe unverschlüsselt gezeigt. Trotz hoher Bekanntheit und Sympathiewerte konnte Premiere nie die angepeilte siebenstellige Anzahl von Abonnenten erreichen und blieb in den roten Zahlen.

Der Medienunternehmer Leo Kirch, der hinter der Kirch-Gruppe stand, versuchte mehrmals, seine Mitgesellschafter aus Premiere herauszukaufen und den Sender alleine zu übernehmen. Als dies nicht gelang, gründete er 1996 mit DF1 einen direkten Konkurrenten zu Premiere. DF1 sendete nur digital und bestand aus vielen Spartenkanälen, die aus dem umfangreichen Kirch-Filmarchiv und den Kirch-Sportrechten gespeist wurden. Kirch sicherte sich auch die exklusiven Rechte an der Fußball-Bundesliga und den Fußball-Weltmeisterschaften 2002 und 2006.

DF1 und Premiere überzogen sich gegenseitig mit Klagen und einstweiligen Anordnungen. Die Verhandlungen zwischen Bertelsmann und Kirch gingen weiter. Schließlich einigten sie sich 1998 auf eine Fusion von Premiere und DF1 zu Premiere World. Kirch hielt 53 Prozent der Anteile, Bertelsmann 37 Prozent und Canal Plus 10 Prozent. Das neue Angebot umfasste 15 Kanäle, darunter vier Filmkanäle, zwei Sportkanäle, ein Disney-Kanal und ein Erotik-Kanal.

Doch die Fusion brachte nicht den erhofften Erfolg. Premiere World hatte hohe Kosten für die Programmrechte und die digitale Technik, aber zu wenige Abonnenten. Die Kirch-Gruppe geriet in eine schwere Finanzkrise und musste 2002 Insolvenz anmelden. Premiere World wurde von den Gläubigerbanken übernommen und in Premiere umbenannt. Der Sender versuchte, sein Programm zu verbessern und neue Kunden zu gewinnen. Er setzte auf mehr Eigenproduktionen, wie die Krimiserie Der letzte Bulle, und auf neue Formate, wie die Reality-Show Big Brother.

2003 stieg der britische Medienkonzern BSkyB, der zur Murdoch-Gruppe gehört, mit 14 Prozent bei Premiere ein. 2005 ging Premiere an die Börse und erzielte einen Erlös von 1,1 Milliarden Euro. Der Sender hatte zu diesem Zeitpunkt 3,4 Millionen Abonnenten. Er baute sein Angebot weiter aus und führte 2006 das hochauflösende Fernsehen (HDTV) in Deutschland ein. Er erwarb auch die Rechte an der UEFA Champions League, der Formel 1 und der Handball-Bundesliga.

2008 verlor Premiere jedoch die Rechte an der Fußball-Bundesliga an den Konkurrenten Arena, der zum Kabelnetzbetreiber Unitymedia gehörte. Dies war ein schwerer Schlag für den Sender, der viele Kunden verlor. Zudem wurde bekannt, dass Premiere jahrelang die Zahl seiner Abonnenten falsch angegeben hatte. Der Aktienkurs stürzte ab und der Sender geriet erneut in finanzielle Schwierigkeiten.

2009 wurde Premiere von BSkyB übernommen und in Sky Deutschland umbenannt. Der neue Eigentümer investierte viel Geld in den Sender und holte sich 2013 die Rechte an der Fußball-Bundesliga zurück. Sky baute sein Programmangebot weiter aus und führte 2016 den Streaming-Dienst Sky Ticket ein, der eine flexible und günstigere Alternative zum klassischen Abonnement darstellte. Sky produzierte auch eigene Serien, wie Babylon Berlin, Das Boot und Der Pass.

Heute hat Sky Deutschland rund 5 Millionen Abonnenten und ist Marktführer im deutschen Pay-TV-Markt. Der Sender bietet mehr als 80 Kanäle, darunter 22 HD-Kanäle und 10 UHD-Kanäle. Er hat die Rechte an der Fußball-Bundesliga, der UEFA Champions League, der Formel 1, der Handball-Bundesliga, der Deutschen Eishockey Liga und der Golf European Tour. Er zeigt auch aktuelle Filme, Serien, Dokumentationen, Shows und Kinderprogramme.

Sky Deutschland steht jedoch vor neuen Herausforderungen. Die Konkurrenz durch Streaming-Dienste wie Netflix, Amazon Prime Video und Disney+ nimmt zu. Die Kosten für die Sportrechte steigen. Die Corona-Pandemie hat die Nachfrage nach Live-Sport beeinträchtigt. Sky muss sich an die veränderten Bedürfnisse und Gewohnheiten der Zuschauer anpassen und seine Position im Markt verteidigen.

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