Heute vor 22 Jahren, am 28. Februar 2002, war der letzte Tag, an dem die Deutsche Mark als gesetzliches Zahlungsmittel in Deutschland gültig war. Damit endete eine Ära, die 1948 mit der Währungsreform begonnen hatte und die D-Mark zum Symbol des deutschen Wirtschaftswunders und der Wiedervereinigung machte.
Wie blicken die Deutschen heute auf ihre alte Währung zurück? Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Zeitung „Die Welt“ ergab, dass 44 Prozent der Befragten die D-Mark vermissen, während 48 Prozent zufrieden mit dem Euro sind. Die nostalgischen Gefühle sind vor allem bei den älteren Generationen ausgeprägt, die die D-Mark als stabil und vertraut empfanden. Die jüngeren Generationen hingegen sind mit dem Euro aufgewachsen und schätzen seine Vorteile für den europäischen Binnenmarkt und das Reisen.
Die D-Mark hat jedoch nicht nur einen emotionalen, sondern auch einen materiellen Wert. Laut der Bundesbank waren Ende 2020 noch rund 12,4 Milliarden D-Mark im Umlauf, die einen Gegenwert von etwa 6,3 Milliarden Euro haben. Die meisten davon befinden sich vermutlich in privaten Haushalten, die sie als Erinnerungsstücke, Sammlerobjekte oder Notgroschen aufbewahren. Die Bundesbank weist darauf hin, dass die D-Mark jederzeit und unbefristet in Euro umgetauscht werden kann, entweder in einer ihrer Filialen oder per Post.
Die D-Mark mag zwar Geschichte sein, aber sie ist noch lange nicht vergessen. Sie bleibt ein Teil der deutschen Identität und Kultur, die sich in Sprüchen wie „Das kostet doch keine zehn Mark“ oder in Liedern wie „Ich hab noch eine D-Mark in meiner Jeans“ widerspiegelt. Ob die Deutschen jemals so eine enge Beziehung zum Euro entwickeln werden, bleibt abzuwarten.
