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6. Mai 1856 – Geburtstag Sigmund Freud

Heute, am 6. Mai 2024, gedenken wir des 168. Geburtstags von Sigmund Freud, dem Begründer der Psychoanalyse, der am 6. Mai 1856 in Freiberg in Mähren geboren wurde.

Heute, am 6. Mai 2024, gedenken wir des 168. Geburtstags von Sigmund Freud, dem Begründer der Psychoanalyse, der am 6. Mai 1856 in Freiberg in Mähren (heute Příbor in Tschechien) geboren wurde. Freud, der als einer der einflussreichsten Denker des 20. Jahrhunderts gilt, hat mit seinen Theorien und Methoden die Welt der Psychologie und darüber hinaus geprägt.

Sigmund Freud war das älteste von acht Kindern einer jüdischen Familie, die 1860 nach Wien übersiedelte. Dort besuchte er das Gymnasium und studierte ab 1873 Medizin an der Universität Wien. Er interessierte sich vor allem für die Naturwissenschaften und die Philosophie und forschte unter anderem über die Geschlechtsdrüsen von Fischen und die Wirkung von Kokain. Er promovierte 1881 zum Doktor der Medizin und arbeitete danach im Wiener Allgemeinen Krankenhaus, wo er sich mit der Neurologie und der Psychiatrie beschäftigte.

1885 erhielt er ein Stipendium, um in Paris bei dem berühmten Neurologen Jean-Martin Charcot zu studieren, der sich mit der Hypnose und der Hysterie befasste. Freud war fasziniert von den Möglichkeiten, das Unbewusste zu erforschen und die verborgenen Ursachen psychischer Leiden aufzudecken. Er kehrte nach Wien zurück und eröffnete eine Privatpraxis als Nervenarzt. Er begann, seine Patienten mit der Hypnose zu behandeln, wandte sich aber bald einer neuen Methode zu: der freien Assoziation, bei der die Patienten alles aussprechen sollten, was ihnen in den Sinn kam, ohne Rücksicht auf Logik oder Moral. Freud glaubte, dass diese Methode es ermöglichte, die verdrängten Erinnerungen, Wünsche und Konflikte ans Licht zu bringen, die die Ursache für neurotische Symptome waren.

Freuds Arbeit war revolutionär, da er die Bedeutung des Unbewussten und die Rolle von Träumen und kindlichen sexuellen Konfliktlagen bei der Entstehung von Neurosen hervorhob. Sein bahnbrechendes Werk “Die Traumdeutung” und seine Studien zur Psychopathologie des Alltagslebens haben bis heute Bestand und werden weltweit studiert und diskutiert.

Trotz anfänglicher Ausgrenzung und Kritik fand Freud schließlich Anerkennung und sammelte einen Kreis von Anhängern um sich, die halfen, die psychoanalytische Lehre weiterzuentwickeln. Zu seinen bekanntesten Beiträgen zählt das Strukturmodell der Psyche mit den drei Instanzen Es, Ich und Über-Ich, das bis heute in der psychologischen Literatur und Praxis eine zentrale Rolle spielt.

Freuds Einfluss erstreckt sich auch auf Kulturtheorie und Religionskritik, und seine Werke werden in vielen Disziplinen zitiert und angewandt. Seine Tochter Anna Freud, die selbst eine bedeutende Psychoanalytikerin wurde, trug wesentlich zur Bewahrung und Weitergabe seines Erbes bei.

Freud, der am 23. September 1939 im Exil in London verstarb, hinterließ eine Welt, die durch seine Ideen reicher und tiefer geworden ist. Sein 168. Geburtstag ist eine Gelegenheit, nicht nur sein Leben und Werk zu feiern, sondern auch die fortwährende Bedeutung der Psychoanalyse in unserem Verständnis des menschlichen Geistes zu würdigen.

Bild: Werner Niedermeier | Werner Niedermeier
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