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4. Juni 1798 – Todestag Giacomo Casanova

Am heutigen Tag, dem 4. Juni 2024, gedenken wir des 226. Todestages eines der schillerndsten und kontroversesten Persönlichkeiten der europäischen Geschichte: Giacomo Girolamo Casanova.

Am heutigen Tag, dem 4. Juni 2024, gedenken wir des 226. Todestages eines der schillerndsten und kontroversesten Persönlichkeiten der europäischen Geschichte: Giacomo Girolamo Casanova. Casanova, der am 2. April 1725 in Venedig geboren wurde und am 4. Juni 1798 in Dux (heute Duchcov in Tschechien) verstarb, ist bis heute für seine zahlreichen Affären und sein abenteuerliches Leben berühmt.

Casanova war weit mehr als nur ein berüchtigter Frauenheld. Er war ein Abenteurer, Schriftsteller, Spion, Diplomat und Philosoph. Geboren als Sohn einer Schauspielerfamilie, wuchs er in einer turbulenten Zeit auf. Schon früh zeigte sich sein scharfer Verstand und seine Wissbegierde. Er studierte Rechtswissenschaften an der Universität Padua und schloss sein Studium im Alter von 17 Jahren ab.

Sein Leben war geprägt von ständigen Ortswechseln und neuen Abenteuern. In ganz Europa suchte er nach Abenteuern und neuen Bekanntschaften, dabei hielt er sich in den wichtigsten Städten seiner Zeit auf: Paris, Rom, London, Wien und Berlin. Seine Reisen finanzierte er durch verschiedene Tätigkeiten, darunter als Glücksspieler und Spion. In Paris gelang es ihm, in die höchsten Kreise der Gesellschaft aufzusteigen, und er wurde ein geschätzter Gast an den Höfen.

Casanova ist vor allem durch seine unzähligen Liebschaften bekannt geworden. Seine Eroberungen und Affären wurden zum Stoff vieler Legenden und machten ihn zum Inbegriff des Verführers. Doch Casanova war auch ein begabter Schriftsteller. Sein Hauptwerk, „Histoire de ma vie“ (Geschichte meines Lebens), bietet einen tiefen Einblick in die Sitten und Gebräuche des 18. Jahrhunderts. Seine Memoiren gelten als eine der wertvollsten Quellen für die Sozialgeschichte dieser Epoche.

In seinen Memoiren beschreibt Casanova nicht nur seine amourösen Abenteuer, sondern auch seine Begegnungen mit vielen berühmten Persönlichkeiten seiner Zeit, darunter Voltaire, Rousseau, und Mozart. Diese Schilderungen machen seine Aufzeichnungen zu einem einzigartigen Dokument der Kultur- und Geistesgeschichte.

In seinen letzten Jahren lebte Casanova zurückgezogen als Bibliothekar auf Schloss Dux in Böhmen. Trotz seines bewegten Lebens und seiner zahlreichen Reisen fand er hier eine gewisse Ruhe. Doch seine Gesundheit verschlechterte sich zunehmend. Giacomo Casanova verstarb am 4. Juni 1798 im Alter von 73 Jahren an den Folgen einer Harnblasenentzündung. Sein Tod markierte das Ende eines außergewöhnlichen Lebens, das von vielen als Symbol für Freiheit und Abenteuerlust gesehen wird.

Casanovas Erbe ist bis heute umstritten. Einerseits wird er als Frauenheld und Abenteurer romantisiert, andererseits auch für seinen ausschweifenden Lebensstil und seine moralische Flexibilität kritisiert. In einer Zeit, in der Moral und Sittenstrenge noch stark betont wurden, lebte er nach eigenen Regeln und strebte nach Freiheit und Selbstverwirklichung.

Sein Leben und seine Werke haben zahlreiche Künstler, Schriftsteller und Filmemacher inspiriert. Von Romanen über Theaterstücke bis hin zu Filmen – Casanovas Leben wird immer wieder aufgegriffen und neu interpretiert. Seine Figur steht für die Sehnsucht nach einem freien, ungebundenen Leben, aber auch für die Gefahren eines solchen Daseins.

Auch 226 Jahre nach seinem Tod fasziniert Giacomo Casanova die Menschen. Er verkörpert eine Mischung aus Genie und Leichtfertigkeit, aus Wissen und Vergnügen. Seine Memoiren, die in viele Sprachen übersetzt wurden, erfreuen sich weiterhin großer Beliebtheit und bieten einen lebendigen Einblick in das Leben des 18. Jahrhunderts.

An seinem Todestag erinnern wir uns an einen Mann, der wie kaum ein anderer die Vorstellungskraft beflügelt hat. Casanova lebte ein Leben, das vielen als unmöglich oder zumindest als hochriskant erschien. Sein Streben nach Freiheit, Wissen und Sinnesfreuden bleibt unvergessen und regt auch heute noch zur Diskussion und Reflexion an.

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