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31. Juli 1752 – Eröffnung Tiergarten Schönbrunn

Am 31. Juli 1752 öffneten sich die Tore des Tiergartens Schönbrunn in Wien zum ersten Mal für Besucher.

Am 31. Juli 1752 öffneten sich die Tore des Tiergartens Schönbrunn in Wien zum ersten Mal für Besucher. Kaiser Franz I. Stephan von Lothringen, der Ehemann Maria Theresias, gab damit den Startschuss für eine Institution, die Geschichte schreiben sollte. Heute, 272 Jahre später, ist der Tiergarten Schönbrunn der weltweit älteste noch bestehende Zoo und ein Paradebeispiel für den Wandel vom königlichen Tierpark zum modernen Zentrum für Artenschutz und Forschung.

Ursprünglich war der Tiergarten Schönbrunn ein exklusiver Lustgarten für den kaiserlichen Hof. In den ersten Jahren diente er vor allem der Repräsentation und Unterhaltung des Adels. Exotische Tiere wie Elefanten, Löwen und Kängurus wurden in prunkvollen Käfigen und Gehegen präsentiert, die mehr zur Schau als zur artgerechten Haltung gedacht waren.

1804 öffnete der Tiergarten seine Pforten für die Allgemeinheit. Dies markierte einen Wendepunkt in der Geschichte des Zoos. Was einst ein königliches Privileg war, wurde nun ein beliebtes Ausflugsziel für die Wiener Bevölkerung.

Mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts begann ein Umdenken in der Tierhaltung. Naturnah gestaltete Gehege lösten die alten Käfige ab, und der Fokus verlagerte sich auf die artgerechte Haltung der Tiere. Der Tiergarten Schönbrunn war maßgeblich an diesen Veränderungen beteiligt. Durch Kooperationen mit Wissenschaftlern und Zoologen entwickelte sich der Zoo zu einem Vorreiter in der Tierpflege und -forschung.

Der Zweite Weltkrieg hinterließ auch im Tiergarten Schönbrunn seine Spuren. Viele Tiere überlebten die Bombenangriffe nicht, und die Infrastruktur war stark beschädigt. Doch mit großem Engagement und Unterstützung aus der Bevölkerung konnte der Zoo wieder aufgebaut werden. In den 1950er und 60er Jahren entstanden neue, modernere Anlagen, die den Tieren mehr Platz und eine naturnähere Umgebung boten.

Heute steht der Tiergarten Schönbrunn für weit mehr als nur die Präsentation exotischer Tiere. Er hat sich zu einem wichtigen Zentrum für Artenschutz und Umweltbildung entwickelt. Programme zur Nachzucht bedrohter Arten, wie das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP), haben dazu beigetragen, dass der Zoo einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität leistet. Arten wie der Rote Panda oder das Przewalski-Pferd profitieren von diesen Bemühungen.

Die Besucherzahlen sprechen für sich: Jährlich strömen Millionen Menschen in den Tiergarten, um die rund 700 Tierarten zu bewundern und gleichzeitig etwas über die Wichtigkeit des Naturschutzes zu lernen. Moderne Gehege, die den natürlichen Lebensräumen der Tiere nachempfunden sind, bieten den Tieren ein artgerechtes Zuhause und den Besuchern eindrucksvolle Einblicke in die Tierwelt.

Der Tiergarten Schönbrunn bleibt nicht stehen. Pläne für neue Anlagen und Erweiterungen sind ständig in Entwicklung. Der Fokus liegt dabei weiterhin auf Nachhaltigkeit, Artenschutz und Bildung. Mit Projekten wie dem „Regenwaldhaus“ und dem „Polarium“ werden die Besucher für die Bedrohungen sensibilisiert, denen viele Tierarten weltweit ausgesetzt sind.

Der Tiergarten Schönbrunn ist mehr als nur ein Zoo – er ist ein lebendiges Beispiel für die Entwicklung von der königlichen Menagerie zum modernen Arche der Biodiversität.

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