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27. Oktober 2017 – Einstellung des Flugbetriebes der Air Berlin

Nach fast 40 Jahren Fluggeschichte ist Air Berlin am 27. Oktober 2017 zum letzten Mal abgehoben. Die einst zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft hat ihren Betrieb eingestellt.

Nach fast 40 Jahren Fluggeschichte ist Air Berlin am 27. Oktober 2017 zum letzten Mal abgehoben. Die einst zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft hat ihren Betrieb eingestellt, nachdem sie im August 2017 Insolvenz angemeldet hatte. Der Großaktionär Etihad Airways hatte zuvor die finanzielle Unterstützung gestoppt. Nur mit einem Überbrückungskredit der Bundesregierung von über 150 Millionen Euro konnte Air Berlin die letzten Monate überleben.

Die Insolvenz von Air Berlin war das Ergebnis einer langen Reihe von Fehlentscheidungen, Managementwechseln und Sparprogrammen, die das Unternehmen nicht aus der Krise führen konnten. Air Berlin hatte sich in den vergangenen Jahren immer mehr verschuldet und verlor Marktanteile an die Konkurrenz. Die Fluggesellschaft hatte sich zu stark auf das Geschäft mit Urlaubsfliegern konzentriert und konnte sich nicht gegen die Billigflieger wie Ryanair oder Easyjet behaupten. Auch der Beitritt zur Luftfahrtallianz Oneworld im Jahr 2012 brachte nicht den erhofften Erfolg.

Air Berlin wurde zudem durch die Übernahme von anderen Fluggesellschaften wie LTU, dba oder Niki immer größer und unübersichtlicher. Die Integration der verschiedenen Flotten, Mitarbeiter und Systeme gelang nur unzureichend. Die Fluggesellschaft hatte zuletzt keine eigenen Flugzeuge mehr, sondern leaste diese komplett. Im September 2016 kündigte Air Berlin eine Radikalkur an, die eine Halbierung der Flotte und den Abbau von 1200 Arbeitsplätzen vorsah. Kernstück war ein Deal mit der Lufthansa über die Vermietung von 38 Flugzeugen samt Crews.

Die Lufthansa war auch der Hauptinteressent für die Übernahme von Teilen der insolventen Air Berlin. Die Lufthansa wollte vor allem das Geschäft am Flughafen Berlin-Tegel und die Tochtergesellschaft LGW übernehmen. Auch die britische Fluggesellschaft Easyjet zeigte Interesse an einigen Strecken und Flugzeugen von Air Berlin. Die Verhandlungen gestalteten sich jedoch schwierig, da auch kartellrechtliche Fragen zu klären waren. Zudem gab es Widerstand von den Gewerkschaften und den Beschäftigten von Air Berlin, die um ihre Arbeitsplätze bangten.

Der letzte Flug von Air Berlin war eine Maschine vom Typ Airbus A320, die planmäßig um 21:35 Uhr in München startete und um 22:45 Uhr in Berlin-Tegel landete. An Bord waren neben Passagieren auch einige ehemalige Mitarbeiter und Journalisten. Der Flug wurde von vielen Menschen am Boden verfolgt und mit Applaus und Wasserfontänen begrüßt. Der Kapitän bedankte sich bei den Gästen und der Crew für ihre Treue und sagte: “Wir sind alle sehr traurig, dass es so endet.” Mit diesen Worten ging eine Ära zu Ende, die viele Höhen und Tiefen erlebt hatte.

Bild: Marvin Mutz | CC BY-SA 2.0 Generic
Bild: Marvin Mutz – Lizenz: CC BY-SA 2.0

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