Am 29.Oktober 1911 starb Joseph Pulitzer, einer der einflussreichsten Journalisten und Verleger der amerikanischen Geschichte. Er war der Stifter des nach ihm benannten Pulitzer-Preises, der jährlich für herausragende Leistungen in den Bereichen Literatur, Journalismus und Musik verliehen wird.
Joseph Pulitzer wurde am 10. April 1847 in Makó, Ungarn, als Sohn eines wohlhabenden jüdischen Kornhändlers und einer katholischen deutschen Mutter geboren. Er erhielt eine Privatschulausbildung und sprach mehrere Sprachen, darunter Deutsch und Französisch. Mit 17 Jahren versuchte er vergeblich, sich verschiedenen Armeen anzuschließen, bis er schließlich 1864 über Hamburg in die USA emigrierte und sich der Unionsarmee im Bürgerkrieg anschloss.
Nach dem Krieg arbeitete er als Gelegenheitsarbeiter, bis er 1868 als Reporter bei der deutschsprachigen Westlichen Post in St. Louis angestellt wurde. Er zeigte ein großes Talent für das Schreiben und wurde bald Herausgeber und Miteigentümer der Zeitung. Er wechselte mehrmals die Zeitungen, bis er 1883 die finanziell angeschlagene New York World kaufte.
Unter seiner Leitung wurde die World zu einer der erfolgreichsten und populärsten Zeitungen des Landes, die sich durch sensationelle Artikel, investigative Reportagen über Korruption und Missstände, soziales Engagement und farbige Cartoons auszeichnete. Pulitzer führte auch neue journalistische Techniken ein, wie Interviews, Umfragen und Schlagzeilen. Er machte die Zeitung zu einem Sprachrohr für die unterprivilegierten Schichten der Gesellschaft und kritisierte die Mächtigen und Reichen.
Pulitzer war auch ein geschickter Geschäftsmann, der die Auflage seiner Zeitung durch Werbung, Sonderausgaben und Preisausschreiben steigerte. Er lieferte sich einen erbitterten Wettbewerb mit seinem Rivalen William Randolph Hearst, dem Besitzer der New York Journal. Die beiden Zeitungen überboten sich gegenseitig mit Sensationsmeldungen und Skandalen, was als “Gelber Journalismus” bekannt wurde. Pulitzer war jedoch auch an der Förderung von Qualität und Bildung im Journalismus interessiert. Er spendete eine Million Dollar an die Columbia University, um eine Journalistenschule zu gründen und einen Preis für journalistische Exzellenz zu stiften.
Für Besserwisser hier einige Zitate von Joseph Pulitzer:
- „Eine zynische, käufliche, demagogische Presse wird mit der Zeit ein Volk erzeugen, das genauso niederträchtig ist, wie sie selbst.“
- „Es gibt kein Verbrechen, keinen Trick, keine Schwindelei, kein Laster, das nicht von der Heimlichkeit lebt.“
- Schreibe kurz – und sie werden es lesen. Schreibe klar – und sie werden es verstehen. Schreibe bildhaft – und sie werden es im Gedächtnis behalten.
- Öffentlichkeit, Öffentlichkeit, Öffentlichkeit, ist der größte moralische Machtfaktor in unserer Gesellschaft.
- Das größte Problem des Journalismus liegt darin, einem Auflageninstinkt ohne Rücksicht auf Wahrheit und Gewissen zu widerstehen.
Pulitzer litt an einer schlechten Gesundheit und verlor im Alter von 43 Jahren sein Augenlicht. Er zog sich aus dem aktiven Geschäft zurück und verbrachte seine letzten Jahre auf seiner Yacht oder in seinem Anwesen in Maine. Er starb am 29. Oktober 1911 in Charleston, South Carolina. Er hinterließ ein Vermächtnis, das bis heute den Journalismus prägt und inspiriert.

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