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6. November 2024 – Leonhardifest

Das Leonhardifest ist eines der ältesten und beliebtesten Feste in Bayern und Österreich. Es wird zu Ehren des heiligen Leonhard von Limoges gefeiert.

Das Leonhardifest ist eines der ältesten und beliebtesten Feste in Bayern und Österreich. Es wird zu Ehren des heiligen Leonhard von Limoges gefeiert, der als Schutzpatron der landwirtschaftlichen Tiere, vor allem der Pferde, verehrt wird. An seinem Gedenktag, dem 6. November, oder einem naheliegenden Wochenende, ziehen zahlreiche Reiter und Gespanne in einer feierlichen Prozession zu einer Leonhardikirche, wo die Tiere gesegnet werden. Das Leonhardifest ist nicht nur ein religiöser Brauch, sondern auch ein geselliger Anlass, der mit Bierzelt, Jahrmarkt und Tanz verbunden ist.

Die Geschichte des Leonhardifestes geht bis ins 15. Jahrhundert zurück. Der heilige Leonhard war ein fränkischer Adeliger, der im 6. Jahrhundert lebte und sich als Einsiedler und Klostergründer in Limoges in Frankreich niederließ. Er soll viele Gefangene und Kranke befreit und geheilt haben, weshalb er als Patron der Gefangenen, Kranken, Schwangeren und Gebärenden gilt. Er hatte auch eine besondere Beziehung zu den Tieren, die er vor Wilderern und Räubern schützte. Er wurde besonders von den Bauern verehrt, die ihm ihre Pferde anvertrauten. Die Pferde waren für die Landwirtschaft unverzichtbar und wurden oft von Seuchen, Unfällen oder Diebstahl bedroht. Durch die Segnung der Pferde erhofften sich die Bauern den Schutz und die Fürsprache des heiligen Leonhard.

Die erste urkundliche Erwähnung einer Leonhardifahrt stammt aus dem Jahr 1442 und bezieht sich auf den Ort Kreuth am Tegernsee. Im Laufe der Zeit breitete sich der Brauch in ganz Altbayern und Westösterreich aus. Die Leonhardifahrten wurden oft von den örtlichen Burschenvereinen organisiert, die sich mit ihren Trachten und Fahnen schmückten. Die Pferde wurden mit Blumen, Bändern und Glocken geschmückt. Die Gespanne waren oft mit kunstvollen Truhenwagen ausgestattet, die Szenen aus dem Leben des heiligen Leonhard darstellten. Die Prozession wurde von Musik und Gesang begleitet. An der Leonhardikirche angekommen, wurden die Pferde und die Reiter vom Pfarrer gesegnet. Anschließend fand ein Festgottesdienst statt, der oft von einer Predigt über den heiligen Leonhard ergänzt wurde.

Das Leonhardifest ist nicht nur ein religiöses Ereignis, sondern auch ein kultureller und gesellschaftlicher Höhepunkt. Viele Besucher kommen aus nah und fern, um die prächtige Schau der Pferde und Wagen zu bewundern. Das Festzelt bietet Gelegenheit zum Essen, Trinken und Feiern. Der Jahrmarkt lockt mit verschiedenen Attraktionen und Buden. Am Abend findet oft ein Burschentanz statt, bei dem die jungen Männer ihre Tanzpartnerinnen auswählen. Das Leonhardifest ist somit ein Ausdruck der bayerischen Lebensfreude und Tradition.

Das Leonhardifest wird in vielen Orten in Bayern und Österreich gefeiert, die jeweils ihre eigenen Besonderheiten haben. Einige der bekanntesten und größten Leonhardifahrten sind die in Bad Tölz, Siegertsbrunn, Grafing, Benediktbeuern, Garmisch-Partenkirchen und Desselbrunn. Die Tölzer Leonhardifahrt wurde im Jahr 2016 als immaterielles Kulturerbe Bayerns anerkannt und in das Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Sie gilt als die größte und bedeutendste Leonhardifahrt und findet jedes Jahr am 6. November statt. Sie umfasst etwa 80 Gespanne mit rund 200 Pferden und zieht bis zu 20.000 Zuschauer an. Die Siegertsbrunner Leonhardifahrt hat den Termin in den Sommer gelegt. Dort findet jedes Jahr am Sonntag nach dem 8. Juli die Leonhardifahrt statt. Sie hat eine lange Tradition, die bis ins Jahr 1436 zurückreicht. Sie umfasst etwa 60 Gespanne mit rund 150 Pferden und wird von einem dreitägigen Fest begleitet.

Bild: Werner Niedermeier | Werner Niedermeier

Bildquellen auf dieser Seite:

  • Leonhardifest-Bayern-Pferde-Tradition-Trachten: Werner Niedermeier | Werner Niedermeier
  • Thomas Edison: Gemeinfrei | Gemeinfrei

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