Heute vor 174 Jahren, am 13. November 1850, wurde der britische Schriftsteller Robert Louis Stevenson geboren. Der Autor von Klassikern wie “Die Schatzinsel” und “Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde” war nicht nur ein Meister der Abenteuerliteratur, sondern auch ein leidenschaftlicher Reisender, der die halbe Welt bereiste und schließlich auf Samoa starb.
Robert Louis Stevenson wurde am 13. November 1850 in Edinburgh als einziger Sohn einer Familie von Leuchtturmbauern geboren. Schon als Kind litt er an einer schwachen Gesundheit, die ihn sein Leben lang begleiten sollte. Er studierte zuerst Technik, dann Jura, aber sein Traum war es, Schriftsteller zu werden. Er veröffentlichte seine ersten Gedichte und Essays in Zeitschriften und unternahm ausgedehnte Reisen durch Europa und Amerika. Bei einer Reise nach Frankreich lernte er 1878 seine spätere Frau Fanny Osbourne kennen, eine verheiratete Amerikanerin mit zwei Kindern, die er 1880 heiratete.
Stevenson wurde vor allem durch seine Abenteuerromane bekannt, die er für junge Leser schrieb. Sein erster großer Erfolg war “Die Schatzinsel” (1883), eine spannende Geschichte über Piraten, Schätze und Verrat, die er ursprünglich für seinen Stiefsohn Lloyd begonnen hatte. Das Buch wurde ein Bestseller und gilt bis heute als einer der einflussreichsten Romane des Genres. Es folgten weitere Werke wie “Entführt” (1886), “Der Erbe von Ballantrae” (1889) oder “Die schwarze Pfeife” (1893), die sich mit der schottischen Geschichte und Kultur beschäftigten.
Stevensons berühmtestes Werk ist jedoch “Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde” (1886), eine Schauernovelle über einen Wissenschaftler, der mit einem Elixier seine Persönlichkeit spaltet und zu einem bösen Alter Ego wird. Das Buch wurde sofort zum Erfolg und löste eine Welle von Interpretationen und Adaptionen aus. Es gilt als eines der ersten Werke der modernen Psychologie und als eine Allegorie auf die moralischen Konflikte der viktorianischen Gesellschaft.
Stevensons Gesundheit verschlechterte sich zunehmend und er suchte nach einem geeigneten Klima für seine Lungenkrankheit. Er reiste mit seiner Familie durch die USA, Kanada, Hawaii und Australien, bis er schließlich 1890 auf Samoa landete. Er baute sich dort ein Haus namens Vailima und lebte unter den Einheimischen, die ihn Tusitala (Erzähler) nannten. Er setzte sich für die Rechte der Samoaner ein und geriet dabei in Konflikt mit den deutschen Kolonialbehörden. Er schrieb weiterhin Romane, Erzählungen, Gedichte und Briefe, die von seinen Erfahrungen in der Südsee inspiriert waren.
Am 3. Dezember 1894 erlitt Stevenson einen Gehirnschlag und starb im Alter von 44 Jahren. Er wurde auf dem Gipfel des Mount Vaea begraben, wo sein Grabstein mit einem Gedicht versehen ist, das er selbst geschrieben hatte. Sein Werk wurde von vielen Schriftstellern bewundert und beeinflusst, darunter Jorge Luis Borges, Ernest Hemingway, Rudyard Kipling, Vladimir Nabokov oder J. M. Barrie. Er gilt als einer der bedeutendsten Autoren der englischen Literatur und als ein Symbol für die Freiheit und das Abenteuer des Schreibens.
