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19. November 2024 – Welttoilettentag

Am 19. November ist Welttoilettentag, ein jährlicher UN-Gedenktag, der zum Handeln anregen soll, um die globale Sanitärkrise zu bewältigen.

Heute wird weltweit der Welttoilettentag (World Toilet Day) begangen, ein Tag, der auf die zentrale Rolle von sanitären Einrichtungen für Gesundheit, Sicherheit und Menschenwürde aufmerksam macht. Seit seiner Einführung durch die Vereinten Nationen im Jahr 2013 wird dieser Tag jedes Jahr genutzt, um auf die Herausforderungen im Bereich Sanitärversorgung hinzuweisen, denen Millionen von Menschen weiterhin gegenüberstehen.

Nach aktuellen Schätzungen leben weltweit etwa 3,6 Milliarden Menschen ohne angemessene Toilettenanlagen. Insbesondere in ländlichen Gebieten und in Ländern mit niedrigem Einkommen fehlen oft grundlegende sanitäre Einrichtungen. Die Folgen sind verheerend: Durchfallerkrankungen, die durch unsaubere Bedingungen verursacht werden, gehören zu den häufigsten Todesursachen bei Kindern unter fünf Jahren.

Die Auswirkungen gehen jedoch über die Gesundheit hinaus. Fehlende Toiletten beeinträchtigen auch Bildungschancen – besonders für Mädchen, die oft die Schule abbrechen, wenn keine hygienischen Einrichtungen zur Verfügung stehen. Zudem führen sie zu Umweltverschmutzung, da Abwässer häufig unbehandelt in Flüsse und Seen gelangen.

Der heutige Welttoilettentag steht unter dem Motto „Toilets: A Place for Peace“ (Toiletten: Ein Ort des Friedens) und lenkt den Blick auf die Bedeutung sicherer, zugänglicher und hygienischer Toiletten als Grundvoraussetzung für Frieden, Würde und soziale Stabilität.

Auf den ersten Blick erscheint die Verbindung zwischen Toiletten und Frieden ungewöhnlich. Doch bei genauerem Hinsehen wird deutlich, wie eng sie miteinander verknüpft sind: Der Mangel an sicheren sanitären Einrichtungen führt zu Konflikten um Ressourcen, gesundheitlichen Krisen und Ungleichheiten, die Spannungen innerhalb von Gemeinschaften verstärken können.

Zudem spielt der Zugang zu sicheren Toiletten eine entscheidende Rolle für den Schutz gefährdeter Gruppen, insbesondere von Frauen und Kindern. Öffentliche oder improvisierte Toiletten in Flüchtlingslagern oder Krisengebieten werden häufig zu Orten von Gewalt und Missbrauch. Sichere sanitäre Anlagen schaffen nicht nur hygienische Sicherheit, sondern auch einen geschützten Raum, der grundlegende Menschenrechte wahrt.

Das diesjährige Motto hebt die Rolle von Toiletten als Orte hervor, die nicht nur der Hygiene dienen, sondern auch Würde und Sicherheit gewährleisten. Initiativen weltweit arbeiten daran, sichere Toiletten in Schulen, Gemeinden und Flüchtlingslagern zu schaffen. Der Fokus liegt dabei auf Lösungen, die friedliche Koexistenz fördern, Konflikte vermeiden und soziale Ungleichheiten abbauen.

Ein Beispiel ist der Bau geschlechtsspezifischer Toiletten in Schulen, der es Mädchen ermöglicht, ihre Ausbildung fortzusetzen, ohne Angst vor Belästigung oder fehlender Hygiene. In Flüchtlingslagern sorgen beleuchtete Toiletten in der Nähe von Unterkünften für mehr Sicherheit in der Nacht und reduzieren das Risiko von Übergriffen.

  • Rund 3,6 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sicheren sanitären Einrichtungen.
  • Etwa 700 Millionen Menschen verrichten ihre Notdurft im Freien, was nicht nur gesundheitliche, sondern auch soziale Spannungen schafft.
  • Die fehlende Sanitärversorgung verursacht jährlich wirtschaftliche Verluste in Milliardenhöhe, insbesondere in den ärmsten Ländern der Welt.

Trotz der Herausforderungen gibt es Fortschritte: Die Vereinten Nationen und Partnerorganisationen investieren kontinuierlich in die Verbesserung der Sanitärinfrastruktur. Innovative Technologien wie mobile Toilettenstationen und wasserlose Systeme werden verstärkt eingesetzt, um in entlegenen oder krisengeplagten Regionen schnelle Lösungen zu schaffen.

Das Ziel der UN, bis 2030 universellen Zugang zu Sanitärversorgung zu gewährleisten, erfordert jedoch noch erhebliche Anstrengungen. Der World Toilet Day 2024 erinnert daran, dass dieses Ziel nicht nur eine Frage der Hygiene, sondern eine Grundlage für Frieden und Stabilität ist.

  • Spenden Sie für Organisationen wie UNICEF oder die World Toilet Organization, die sich für die Verbesserung der Sanitärversorgung einsetzen.
  • Informieren Sie sich und andere über die Bedeutung des Themas.
  • Unterstützen Sie Projekte vor Ort, z. B. durch die Förderung nachhaltiger Sanitärlösungen.

Das Motto „Toilets: A Place for Peace“ ruft dazu auf, Toiletten als essenziellen Bestandteil des sozialen Zusammenhalts und der Konfliktprävention zu betrachten. Sicherer Zugang zu sanitären Einrichtungen ist nicht nur eine Frage der Infrastruktur, sondern auch ein Weg zu mehr Frieden, Würde und Gerechtigkeit – für alle.

Bildquellen auf dieser Seite:

  • Heath-Ledger-shutterstock_93494641-crop: Shutterstock | Shutterstock

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