Am 28. Januar wird in den USA der Kazoo-Tag gefeiert, ein Tag, der dem kleinen Musikinstrument gewidmet ist, das mit seiner “summenden” Klangqualität die Stimme des Spielenden verändert. Das Kazoo gehört zu den Ansingtrommeln oder Mirlitons, einer Klasse von Instrumenten, die die Stimme des Spielers durch eine schwingende Membran modifizieren.
Das Kazoo wurde im 19. Jahrhundert in Amerika erfunden, wobei die genaue Herkunft umstritten ist. Einige Quellen behaupten, dass ein afroamerikanischer Mann namens Alabama Vest aus Macon, Georgia, das Kazoo um 1840 erfand, aber es gibt keine Dokumente, die diese Behauptung stützen. Andere Quellen nennen Warren Herbert Frost als den Erfinder des Kazoos, der sein neues Musikinstrument 1883 patentieren ließ. Das erste kommerziell produzierte Kazoo aus Metall wurde 1902 von George D. Smith aus Buffalo, New York, patentiert.
Das Kazoo ist kein Blasinstrument, sondern wird durch Ansingen oder Ansprechen gespielt. Die eigene Stimme bringt die Membran zum Schwingen, die den Ton verstärkt und verändert. Das Ergebnis ist ein quäkiger, nasaler, verzerrter Klang, der je nach gesungener Tonhöhe variiert. Das Kazoo ist einfach und billig zu produzieren und zu spielen, was zu seiner Popularität beigetragen hat.
Der Kazoo-Tag wurde 1983 von Chaplin Willard Rahn, einem Mitglied der Joyful Noise Kazoo Band, gegründet. Der Tag soll alle Möglichkeiten feiern, wie das Spielen (und Hören) des Kazoos Menschen jeden Alters Freude bereitet. An diesem Tag können die Menschen Kazoo-Bands zuhören oder selbst spielen, oder sogar ihr eigenes Kazoo aus Alltagsgegenständen basteln.
Das Kazoo hat eine lange und vielfältige Geschichte in der Musik. Es gehört zur Familie der Mirlitons und wurde bereits im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert eingesetzt. Besonders in Jug-Bands und im frühen Jazz fand es Verwendung, teils als Melodieinstrument, teils zur klanglichen Verstärkung der Stimme. Auch in informellen Musikformen wie Spasm Bands sowie bei größeren gemeinschaftlichen Aufführungen mit vielen Kazoospielern kam es zum Einsatz.
In der populären Musik taucht das Kazoo oder kazooähnliche Klangmittel immer wieder auf. In „Crosstown Traffic“ von Jimi Hendrix wurde ein kazooartiger Effekt genutzt, ebenso kommen in „Lovely Rita“ von den Beatles einfache membranbasierte Klangkörper zum Einsatz, die dem Kazoo verwandt sind. Auch in Ringo Starrs „You’re Sixteen“ ist ein entsprechender Effekt zu hören, wobei nicht eindeutig belegt ist, ob ein klassisches Kazoo verwendet wurde.
Heute spielt das Kazoo meist eine Rolle als Effektinstrument oder bewusst eingesetztes Klangmittel mit humoristischem Unterton. Dennoch hat es bis heute eine treue Anhängerschaft, die seine charakteristische Klangfarbe schätzt und das Instrument weiterhin pflegt und verwendet.

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