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20. Februar 1909 – Geburtstag Heinz Erhardt

Er war einer der beliebtesten und erfolgreichsten Komiker Deutschlands: Heinz Erhardt, der am 20. Februar 1909 in Riga geboren wurde und am 5. Juni 1979 in Hamburg starb.

Er war einer der beliebtesten und erfolgreichsten Komiker Deutschlands: Heinz Erhardt, der am 20. Februar 1909 in Riga geboren wurde und am 5. Juni 1979 in Hamburg starb. Heute wäre er 115 Jahre alt geworden. Sein Humor, seine Musikalität, seine Schlagfertigkeit und seine Wortspiele haben Generationen von Zuschauern und Lesern begeistert.

Heinz Erhardt wuchs bei seinen Großeltern in Riga auf, wo er schon früh seine Liebe zur Musik und zur Dichtkunst entdeckte. Er studierte Klavier und Komposition am Konservatorium in Leipzig, musste aber auf Wunsch seines Großvaters eine kaufmännische Ausbildung absolvieren. Er arbeitete in dessen Musikhaus, wo er auch seine spätere Frau Gilda Zanetti kennenlernte. 1935 heiratete er sie und bekam vier Kinder.

Erhardt begann seine künstlerische Karriere als Kabarettist und Conférencier in Riga, wo er mit seinen humorvollen Gedichten und Liedern das Publikum unterhielt. 1940 floh er vor den sowjetischen Truppen nach Deutschland, wo er bald als Rundfunkstar bekannt wurde. Er moderierte verschiedene Sendungen, wie „Die lachende Welle“ oder „Fröhlicher Alltag“, und trat in zahlreichen Sketchen und Hörspielen auf.

Nach dem Krieg setzte er seine Karriere im Radio fort und erweiterte sein Repertoire um Film und Fernsehen. Er spielte in mehr als 40 Filmen mit, meist als liebenswerter Tollpatsch oder schüchterner Held. Zu seinen bekanntesten Filmen gehören „Der Haustyrann“, „Natürlich die Autofahrer“, „Witwer mit fünf Töchtern“ oder „Drillinge an Bord“.

Erhardt war aber vor allem ein Dichter, der mit Worten jonglierte wie kein anderer. Er schrieb unzählige Gedichte, die mal gereimt, mal ungereimt, mal ernst, mal albern, mal philosophisch, mal absurd waren. Er erfand neue Formen, wie das „Schüttelreim“ oder das „Nonsensgedicht“, und spielte mit Sprachwitz, Doppeldeutigkeiten und Paradoxien. Er veröffentlichte mehrere Bücher, darunter „Satierliches“, „Das große Heinz Erhardt Buch“ oder „Hinter eines Baumes Rinde …: Gedichte für Kinder“. Seine Gedichte und Wortspiele sind bis heute populär und werden oft zitiert. Hier sind für Besserwisser einige Beispiele:

  • „Manche Menschen wollen immer nur glänzen, obwohl sie keinen Schimmer haben.“
  • „Paradox ist, wenn einer sich im Handumdrehen den Fuß bricht.“
  • „Die schlechtesten Bücher sind es nicht, an denen Würmer nagen, die schlechtesten Nasen sind es nicht, die eine Brille tragen. Die schlechtesten Menschen sind es nicht, die dir die Wahrheit sagen.“
  • „Es gibt Gerüchte, dass Hülsenfrüchte – in Mengen genommen – nicht gut bekommen. Das macht ja nichts, ich finde das fein, – warum soll man nicht auch mal ein Blähboy sein.“
  • „Der Eber ist oft missgestimmt, weil seine Kinder Ferkel sind. Nicht nur die Frau – die Sau alleine – auch die Verwandtschaft, alles Schweine.“

Heinz Erhardt war ein Komiker zum Verlieben, der mit seinem Charme, seiner Warmherzigkeit und seiner Schelmerei die Herzen der Menschen eroberte. Er war ein Genie der deutschen Sprache, der sie mit Leichtigkeit und Eleganz beherrschte. Er war ein Künstler, der sein Publikum zum Lachen und zum Nachdenken brachte. Er war ein Mensch, der trotz seines Ruhmes bescheiden und bodenständig blieb.

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