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28. Februar 1986 – Todestag Olof Palme

Am 28. Februar 1986 wurde der schwedische Ministerpräsident Olof Palme auf offener Straße in Stockholm ermordet.

Am 28. Februar 1986 wurde der schwedische Ministerpräsident Olof Palme auf offener Straße in Stockholm ermordet. Sein Tod schockierte die Welt und hinterließ eine tiefe Lücke in der internationalen Politik. Palme war nicht nur ein charismatischer Führer seines Landes, sondern auch ein engagierter Verfechter von Abrüstung, Entwicklung und Demokratie. Er war einer der prominentesten Vertreter der europäischen Sozialdemokratie und ein enger Freund und Weggefährte von Bruno Kreisky und Willy Brandt.

Palme wurde 1927 in eine wohlhabende und konservative Familie geboren, doch er wandte sich schon früh dem sozialen Engagement zu. Er studierte in den USA und in Schweden Jura und trat 1952 der Sozialdemokratischen Partei bei. Er wurde 1953 persönlicher Sekretär von Ministerpräsident Tage Erlander und 1958 Abgeordneter im Reichstag. 1963 wurde er Minister ohne Geschäftsbereich, 1965 Minister für Kommunikation und 1967 Minister für Bildung und Kirche. 1969 löste er Erlander als Parteivorsitzender und Ministerpräsident ab.

Palme machte sich einen Namen als unabhängiger und mutiger Politiker, der sich nicht scheute, seine Meinung zu sagen. Er kritisierte scharf den Vietnamkrieg und die Apartheid in Südafrika, unterstützte die Befreiungsbewegungen in der Dritten Welt und setzte sich für eine aktive Neutralitätspolitik Schwedens ein. Er war auch ein starker Befürworter der europäischen Integration und der Ost-West-Entspannung. Er pflegte enge persönliche Beziehungen zu anderen sozialdemokratischen Politikern wie Bruno Kreisky in Österreich und Willy Brandt in Deutschland. Mit ihnen teilte er die Vision einer friedlichen und gerechten Weltordnung, die auf Zusammenarbeit und Solidarität beruht.

Palme war auch in der Sozialistischen Internationale aktiv, deren Vizepräsident er von 1976 bis 1986 war. Er leitete von 1980 bis 1982 die unabhängige Kommission für Abrüstung und gemeinsame Sicherheit, die als “Palme-Kommission” bekannt wurde. Die Kommission schlug unter anderem vor, eine atomwaffenfreie Zone in Nordeuropa zu schaffen, die konventionellen Waffen in Europa zu reduzieren und die Rüstungskontrolle zu verstärken. Palme war auch als UN-Sondergesandter für die Vermittlung im Iran-Irak-Krieg tätig.

Palme wurde am 28. Februar 1986 nach einem Kinobesuch mit seiner Frau von einem unbekannten Täter erschossen. Die Polizei konnte den Mord nie vollständig aufklären, obwohl es zahlreiche Verdächtige und Theorien gab. Der Fall wurde erst 2020 offiziell geschlossen, als die Staatsanwaltschaft einen verstorbenen Grafiker namens Stig Engström als wahrscheinlichen Täter benannte. Die Hintergründe und Motive des Attentats bleiben jedoch weiterhin unklar.

Olof Palme hinterließ eine Frau, Lisbeth, und drei Söhne, Joakim, Mårten und Mattias. Er wurde in einem Staatsbegräbnis beigesetzt, an dem Hunderttausende von Menschen teilnahmen. Sein politisches Erbe wird bis heute in Schweden und in der ganzen Welt geehrt. Er gilt als einer der bedeutendsten Staatsmänner des 20. Jahrhunderts, der sich für Frieden, Gerechtigkeit und Menschlichkeit einsetzte. Seine globalen Visionen sind nach wie vor aktuell und inspirierend für unsere globalisierte Gesellschaft und die Zukunft der Menschheit.

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