Am 21. März jährt sich der Geburtstag von Russ Meyer – einem der ungewöhnlichsten und einflussreichsten Regisseure des amerikanischen Exploitation-Kinos. Geboren 1922 in Oakland, Kalifornien, entwickelte Meyer einen unverkennbaren Stil, der Sex, Satire und Subversion miteinander verband – und ihn zu einem Kultregisseur machte.
Schon früh zeigte sich Meyers Leidenschaft für das Visuelle: Nach seiner Zeit als Kriegsberichterstatter im Zweiten Weltkrieg – wo er als Kameramann arbeitete – wandte er sich dem Filmgeschäft zu. Zunächst drehte er Werbespots und Industriefilme, bevor er 1959 mit „The Immoral Mr. Teas“ seinen ersten eigenfinanzierten Spielfilm veröffentlichte. Der Film war ein Überraschungserfolg und gilt als Beginn des sogenannten „Nudie Cutie“-Genres – leichte Komödien mit erotischem Einschlag.
In den folgenden Jahren perfektionierte Meyer seine Handschrift: seine Filme waren grell, schrill und voll überzeichneter Charaktere – allen voran überdurchschnittlich üppig gebaute Frauen, die oft als starke, dominante Figuren inszeniert wurden. Werke wie „Faster, Pussycat! Kill! Kill!“ (1965), „Vixen!“ (1968) oder „Supervixens“ (1975) vereinten Gewalt, Sex und schwarzen Humor zu einer explosiven Mischung, die das prüde Amerika der 60er und 70er Jahre gleichermaßen schockierte wie faszinierte.
Meyer war ein unabhängiger Filmemacher im wahrsten Sinne des Wortes. Die meisten seiner Filme produzierte, schrieb, filmte und schnitt er selbst – mit kleinem Budget, aber großer Kontrolle. Er lehnte das Studiosystem ab und baute sich stattdessen eine eigene Nische auf, in der er seine Visionen kompromisslos umsetzen konnte.
1970 drehte er für 20th Century Fox „Beyond the Valley of the Dolls“, ein grellbunter Trip durch die Rockszene, der mit einem Drehbuch des späteren Filmkritikers Roger Ebert entstand. Obwohl der Film damals umstritten war, gilt er heute als Satire-Meisterwerk.
Kritiker warfen Meyer oft vor, seine Filme seien sexistisch – doch viele sehen in seiner Darstellung starker, selbstbestimmter Frauenfiguren auch einen subversiven Gegenentwurf zum männlich dominierten Mainstreamkino jener Zeit.
Nach dem Ende seiner aktiven Karriere in den 1980er Jahren lebte Meyer zurückgezogen in Kalifornien. Er starb am 18. September 2004 im Alter von 82 Jahren. Sein Werk bleibt umstritten, aber einflussreich. Filmemacher wie John Waters, Quentin Tarantino oder David Lynch zählen ihn zu ihren Inspirationsquellen. Zum heutigen Geburtstag erinnert man sich an Russ Meyer als einen, der das amerikanische Kino durch seine unorthodoxe Art bereicherte. Seine Filme waren laut, wild – und absolut unverwechselbar.
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