Am 2. April wird seit 2019 der Tag des männlichen Begleiters begangen – ein Anlass, der zwar noch wenig bekannt ist, aber wichtige gesellschaftliche Fragen aufwirft. Ins Leben gerufen wurde dieser Aktionstag im Jahr 2018 von der deutschen Begleitagentur „Agents & Heroes“. Das gewählte Datum ist kein Zufall: Es fällt auf den Geburtstag von Giacomo Casanova, einer historischen Figur, die wie kaum eine andere für Charme, Kultiviertheit und gesellschaftliche Umgangsformen steht – Eigenschaften, die bis heute mit der Rolle eines professionellen Begleiters in Verbindung gebracht werden.
Der Tag des männlichen Begleiters will auf ein Thema aufmerksam machen, das im öffentlichen Diskurs bislang wenig Beachtung findet. Während männliche Kunden im Kontext von Begleitdiensten gesellschaftlich weitgehend akzeptiert sind, wird weiblichen Kunden, die einen solchen Service in Anspruch nehmen, oft mit Skepsis begegnet. Genau hier setzt der Aktionstag an: Er möchte ein Bewusstsein dafür schaffen, dass auch Frauen das Recht haben, sich in Begleitung eines kultivierten, zugewandten und stilvollen Mannes zu präsentieren – sei es bei gesellschaftlichen Anlässen, auf Reisen oder bei privaten Unternehmungen.
Zugleich dient der Tag dazu, das Berufsbild des männlichen Begleiters aus der Grauzone zwischen Vorurteil und Unwissenheit herauszuführen. Entgegen gängiger Klischees geht es in der seriösen Begleitbranche nicht primär um intime Dienstleistungen, sondern um Kommunikation, Einfühlungsvermögen und gesellschaftliche Präsenz. Männliche Begleiter treten dabei als Gesprächspartner, Repräsentanten oder stilvolle Begleitung auf Augenhöhe auf – oft mit fundierter Bildung, interkultureller Kompetenz und einem feinen Gespür für soziale Situationen.
Der Aktionstag will auch mit dem Missverständnis aufräumen, dass Männer als Begleiter nur eine Randerscheinung oder exotische Ausnahme seien. Vielmehr gibt es eine wachsende Nachfrage nach professionellen männlichen Begleitern, insbesondere von Frauen, die Wert auf Stil, Diskretion und gehobene Umgangsformen legen. Dabei geht es nicht nur um eine Dienstleistung, sondern auch um ein gesellschaftliches Statement: Selbstbestimmung, Anspruch und Offenheit in Bezug auf soziale Beziehungen und Rollenbilder.
Obwohl der Tag des männlichen Begleiters bislang keine breite mediale Präsenz erfährt, gewinnt er allmählich an Aufmerksamkeit – nicht zuletzt durch die Diskussionen um Gleichstellung, moderne Männlichkeitsbilder und die Veränderung klassischer Geschlechterrollen. Der Aktionstag bietet somit nicht nur Gelegenheit zur Würdigung eines noch immer wenig bekannten Berufsbildes, sondern auch einen Anlass zur Auseinandersetzung mit Fragen der gesellschaftlichen Akzeptanz, der weiblichen Selbstbestimmung und der Vielfalt sozialer Beziehungen im 21. Jahrhundert.

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