Am 1. Mai 1964 um genau 4:00 Uhr morgens lief im Keller des Dartmouth College in New Hampshire das erste BASIC-Programm. Die Mathematikprofessoren John G. Kemeny und Thomas E. Kurtz hatten die Programmiersprache „Beginner’s All-purpose Symbolic Instruction Code“ – kurz BASIC – entwickelt, um das Programmieren einem größeren Kreis von Menschen zugänglich zu machen, insbesondere auch Studenten ohne mathematisch-technische Vorbildung.
Im Gegensatz zu damaligen Sprachen wie Fortran oder ALGOL, die Expertenwissen erforderten, setzte BASIC auf eine klare, englischsprachige Syntax: Befehle wie PRINT, INPUT oder IF...THEN waren selbsterklärend. Die Sprache war auf Benutzerfreundlichkeit ausgelegt – und wurde in Kombination mit dem sogenannten „Time-Sharing System“ des GE-225-Rechners eine kleine Sensation. Studenten konnten zum ersten Mal direkt mit dem Computer interagieren, anstatt ihre Programme auf Lochkarten zu schreiben und auf Ergebnisse zu warten.
Kemeny und Kurtz machten BASIC frei verfügbar. Diese Entscheidung führte dazu, dass die Sprache in den 1970er- und 1980er-Jahren zur Standard-Programmiersprache auf Heimcomputern wurde: Ob Apple II, Commodore 64 oder TRS-80 – Millionen junger Menschen programmierten in BASIC ihre ersten Spiele, Taschenrechner oder Datenbanken. Auch Microsofts allererstes Produkt, „Altair BASIC“, war eine BASIC-Implementierung. Bill Gates und Paul Allen legten damit den Grundstein für eines der größten Technologieunternehmen der Welt.
Heute ist BASIC weitgehend von moderneren Sprachen wie Python oder JavaScript abgelöst worden. Dennoch lebt die Idee weiter: Visual Basic und VBA – etwa in Microsoft Office – haben ihre Wurzeln direkt in BASIC. Vor allem aber bleibt der Grundgedanke erhalten: Technik und Programmierung sollen nicht einer kleinen Elite vorbehalten sein, sondern allen offenstehen – unabhängig von Ausbildung oder Vorwissen.
Die Veröffentlichung von BASIC am 1. Mai 1964 war ein Meilenstein – nicht technisch im engeren Sinne, sondern kulturell: Die Hemmschwelle zur Nutzung von Computern wurde gesenkt. Millionen Menschen fanden durch BASIC den Zugang zur Informatik – darunter etliche, die später selbst Innovationen hervorbrachten. BASIC war nicht nur eine Sprache – es war der Beginn eines Denkens, das Computer nicht nur als Werkzeuge, sondern als Gestaltungsmittel für jedermann begreift.
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