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3. Juni 2025 – Chimborazo-Tag

Am 3. Juni wird der sogenannte Chimborazo-Tag begangen, der einem geographischen Kuriosum gewidmet ist: dem Vulkan Chimborazo in Ecuador.

Am 3. Juni wird der sogenannte Chimborazo-Tag begangen, der einem geographischen Kuriosum gewidmet ist: dem Vulkan Chimborazo in Ecuador. Obwohl dieser Berg nicht der höchste der Welt ist, trägt er eine bemerkenswerte Besonderheit: Sein Gipfel gilt als der am weitesten vom Erdmittelpunkt entfernte Punkt der Erdoberfläche. Grund dafür ist nicht seine absolute Höhe, sondern seine Lage nahe am Äquator. Dort wölbt sich der Erdball aufgrund der Zentrifugalkraft der Erdrotation ein wenig auf, wodurch sich der Abstand zum Erdmittelpunkt vergrößert. Der Mount Everest mag höher über dem Meeresspiegel liegen, aber der Chimborazo ragt gewissermaßen weiter hinaus ins All.

Der Chimborazo ist ein erloschener Stratovulkan in den ecuadorianischen Anden. Seine Höhe beträgt etwa 6.263 Meter über dem Meeresspiegel. Aufgrund seiner Nähe zum Äquator und der Form des Geoids, der tatsächlichen, leicht abgeplatteten Form der Erde, übertrifft der Chimborazo jeden anderen Berg in Bezug auf die Entfernung vom Erdinneren. Diese Tatsache war lange Zeit kaum bekannt, fand aber durch moderne geodätische Messverfahren zunehmende Beachtung.

Auch historisch kommt dem Berg eine gewisse Bedeutung zu. Bereits im 18. Jahrhundert war der Chimborazo Gegenstand intensiver wissenschaftlicher Untersuchung. Die französische Geodätische Mission unter Charles Marie de La Condamine maß in dieser Region, um die Erdform besser zu verstehen. Später war es der deutsche Naturforscher Alexander von Humboldt, der im Jahr 1802 versuchte, den Gipfel zu besteigen, ein waghalsiges Unterfangen, das seinerzeit als bedeutende wissenschaftliche Expedition galt, obwohl er den Gipfel letztlich nicht erreichte. Die Reise war dennoch ein Meilenstein in der Erforschung von Höhenkrankheit, Pflanzengeographie und Vulkanologie.

Der Chimborazo-Tag ruft diese naturwissenschaftliche und historische Bedeutung in Erinnerung. Er steht sinnbildlich für das Staunen über die Natur und die Erkenntnis, dass geographische Superlative nicht immer dem ersten Anschein entsprechen müssen.

Der Tag bietet außerdem Anlass, sich mit dem Erdsystem als Ganzem auseinanderzusetzen, mit den Kräften, die es formen, und mit den Methoden, durch die der Mensch seine Umwelt vermisst, versteht und klassifiziert. Der Chimborazo ist kein touristischer Hotspot im klassischen Sinne, aber er bleibt ein stiller Botschafter für die Schönheit und Komplexität unseres Planeten und für die Neugierde, die Wissenschaftler über Jahrhunderte hinweg bewegt hat, seinen Gipfel zu erforschen.

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  • Maggi shutterstock_2609516493 crop: 4kclips / Shutterstock.com | Shutterstock

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