Am Pfingstmontag wie jedes Jahr, 2025 am 9. Juni, lädt der Deutsche Mühlentag traditionell zum Staunen an rund 600–700 historischen Mühlen in ganz Deutschland ein. In diesem Jahr steht die Eröffnung bei der Obermühle und der Bockwindmühle in Bad Düben, Sachsen, im Zentrum – von 9 bis 17 Uhr laden dort Führungen, Live-Musik und Erlebnisprogramme zum Verweilen ein.
Die Idee zum Deutschen Mühlentag entstand in den frühen 1990er-Jahren aus regionalen Begegnungen: 1990 initiierten Niedersachsen und die Westfälischen Mühlenstraßen eigene Mühlentage, inspiriert vom niederländischen „Nationale Molendag“. Die Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung (DGM), gegründet 1987, griff diesen Gedanken auf und etablierte 1994 den ersten Deutschen Mühlentag.
Als Gründer gilt Ansgar Vennemann, Sprecher des Arbeitskreises Mühlen im Osnabrücker Land, der bereits 1987 den ersten Mühlentag bei der Windmühle Lechtingen ausrichtete. Diese Veranstaltung diente als Modell für den bundesweiten Tag.
Seitdem wurde der Mühlentag als Wort- und Bildmarke geschützt und entwickelte sich zu einem festen Termin am Pfingstmontag mit jährlich wechselnden Eröffnungsorten.
Der Mühlentag will Technikgeschichte greifbar machen, historische Handwerkstechniken lebendig präsentieren und zum Erhalt kultureller Denkmäler motivieren. Neben Funktionalität stehen Wissen und Erlebnis im Fokus: Besucher verfolgen den Weg vom Korn zum Mehl, sehen Wind- und Wassermühlen sowie Dampf- oder Elektromotoren in Aktion.
Zudem gibt es ein vielfältiges Rahmenprogramm: Kinderprogramme, Theater- und Musikdarbietungen, traditionelle Handwerksvorführungen, Märchen und regionale Spezialitäten.
In Bad Düben beginnen die Feierlichkeiten am Pfingstmontag um 9 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst. DGM-Präsident Reinhold Pillich und der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer eröffnen offiziell.
Beide Mühlen sind teils funktional restauriert: bei der Obermühle drehen sich Wasserrad und Mühlentechnik, die Bockwindmühle stammt aus dem Jahr 1840 und wurde im 20. Jahrhundert umgesetzt.
Das Motto „Wir.Bewegen.Mühlen“ steht für die zentrale Botschaft des Tages: historische Mühlen als lebendige Denkmäler in Bewegung halten – sowohl mechanisch als auch gesellschaftlich.
Mühlen sind Zeugen technischer Entwicklung: Von ersten Wassermühlen im Mittelalter, über Windmühlen wie Bock- und Holländerbaute, bis hin zu Dampf- und Elektromotoren. Sie trugen entscheidend zur Kornverarbeitung, regionalen Wirtschaft und Technikverständnis bei – und stehen heute als Kulturdenkmale im Fokus.
Der Deutsche Mühlentag 2025 bietet eine seltene Gelegenheit, Technikgeschichte direkt zu erleben – in Betrieb, hörbar und sichtbar. Er lädt Familien, Schulgruppen und Technikfreunde ein, Mühlen mit allen Sinnen neu zu entdecken.
Ein Tag, an dem Geschichte sich dreht – im wahrsten Sinne des Wortes.
