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23. Juni 2025 – Sankt-Hans-Fest

Am Abend des 23. Juni, zur Sommersonnenwende, wird in Dänemark, Norwegen und teilweise auch in Schweden und auf den Färöern das Sankt-Hans-Fest gefeiert.

Am Abend des 23. Juni, zur Sommersonnenwende, wird in Dänemark, Norwegen und teilweise auch in Schweden und auf den Färöern das Sankt-Hans-Fest gefeiert. Es ist eines der ältesten und stimmungsvollsten Volksfeste in Skandinavien und tief verwurzelt in heidnischen Sonnenwendbräuchen und christlich überlagert vom Gedenken an Johannes den Täufer, der im Dänischen „Sankt Hans“ heißt.

Das Fest markiert den längsten Tag des Jahres und wird traditionell mit großen Freudenfeuern begangen. Am Meer, auf Hügeln oder in Dörfern versammeln sich die Menschen, um das Feuer zu entzünden, gemeinsam zu singen, Reden zu hören und die besondere Magie des skandinavischen Mittsommers zu erleben. In Dänemark ist das Lied „Vi elsker vort land“ („Wir lieben unser Land“) fester Bestandteil des Abends; sein feierlicher Ton gibt dem Ereignis einen beinahe patriotischen Anklang.

Ein symbolischer, aber umstrittener Brauch ist das Verbrennen einer Hexenfigur auf dem Feuer. Diese Tradition kam erst im 20. Jahrhundert auf und soll an die Verbrennung von vermeintlichen Hexen im 17. Jahrhundert erinnern. Heute wird sie meist kritisch gesehen, doch vielerorts wird sie als folkloristisches Element weitergeführt, oft mit Augenzwinkern.

Das Sankt-Hans-Fest ist für viele Skandinavier ein emotionaler Höhepunkt des Jahres. Es vereint Geselligkeit, Naturverbundenheit und kulturelle Identität. Die Nächte sind hell, die Stimmung ist feierlich. Während in Schweden vor allem am 24. Juni das Mittsommerfest mit Tanz um den Maibaum gefeiert wird, ist Sankt Hans in Dänemark eher von Lagerfeuerromantik geprägt.

Der Ursprung des Festes liegt weit vor der Christianisierung. Schon in der Wikingerzeit wurden zur Sommersonnenwende Rituale zur Stärkung der Fruchtbarkeit und des Lebenslichts abgehalten. Später wurde der Johannistag auf den 24. Juni gelegt, genau sechs Monate vor Weihnachten, und mit alten Bräuchen verknüpft.

Heute ist Sankt Hans ein Familienfest, aber auch ein gesellschaftliches Ereignis. Gemeinden, Schulen, Vereine und Nachbarschaften organisieren eigene Feuerfeste. Es wird gegrillt, geredet, gelacht, und nicht selten geht es bis spät in die helle Nacht hinein. In einem Land wie Dänemark, in dem der Winter lang und dunkel ist, wird das Licht umso mehr gefeiert.

So ist Sankt Hans mehr als ein folkloristischer Anlass: Es ist ein Fest für das Leben selbst; hell, warm und gemeinschaftlich.

Bild: Werner Niedermeier | Werner Niedermeier
KI-Bild: Werner Niedermeier

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