Am letzten Samstag im Juni feiern Genießer in Deutschland den Tag des Deutschen Whiskys. Dieser Aktionstag wurde im Jahr 2017 vom Verband Deutscher Whiskybrenner ins Leben gerufen, um die Vielfalt und Qualität heimischer Whiskys stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Seitdem beteiligen sich zahlreiche Brennereien im gesamten Bundesgebiet mit offenen Türen, Tastings und Veranstaltungen – auch dieses Jahr sind viele Destillerien dabei, wenn sich alles um das edle Destillat aus heimischen Rohstoffen dreht.
Dass Whisky längst nicht mehr nur aus Schottland, Irland oder den USA kommt, hat sich in den letzten Jahren herumgesprochen. Was zunächst als Nischenprodukt begann, hat sich zu einem ernstzunehmenden Segment der Spirituosenbranche entwickelt. Der Verband zählt heute über dreißig Mitgliedsbetriebe, doch insgesamt gibt es in Deutschland inzwischen weit über hundert aktive Whiskybrennereien. Darunter befinden sich auch international ausgezeichnete Hersteller, die mit ihrer Handwerkskunst und Innovationsfreude beeindrucken.
Besonders bekannt ist die Brennerei Slyrs aus Schliersee in Oberbayern. Sie gilt als Vorreiter des modernen deutschen Whiskys und wurde bereits 1999 gegründet. In ihrer Besucherwelt mit Destillerie-Führung, Tasting-Raum und Aussichtsterrasse vermittelt Slyrs heute eindrucksvoll, wie ein Single Malt in Bayern entsteht – von der Maische bis zur Reifung im Fass.
Ebenfalls in Bayern, genauer gesagt im unterfränkischen Rüdenau, befindet sich St. Kilian Distillers. Diese Destillerie produziert nach schottischem Vorbild und setzt dabei auf klassische Kupferbrennblasen aus Forsyths. St. Kilian öffnet regelmäßig seine Türen für Besucher und bietet sowohl Führungen als auch geführte Verkostungen an. Die Brennerei hat sich in kurzer Zeit einen Namen gemacht, nicht zuletzt durch die Vielfalt ihrer Abfüllungen und Fasslagerungen.
Im sächsischen Freital betreibt die Dresdner Whisky Manufaktur seit wenigen Jahren eine der modernsten Anlagen Deutschlands. Sie ist heute die größte reine Single-Malt-Destillerie im Land. Das zugehörige Besucherzentrum ermöglicht Führungen durch die Produktionsräume sowie Veranstaltungen mit Verkostung. Besonders stolz ist man hier auf die „Hellinger 42“-Reihe, die regelmäßig mit internationalen Preisen ausgezeichnet wird.
Auch im Harz wird seit vielen Jahren Whisky gebrannt. Die Hammerschmiede in Zorge, die unter dem Namen Elsburn (ehemals Glen Els) firmiert, gehört zu den traditionsreicheren deutschen Whiskyherstellern. Besucher können hier an Führungen teilnehmen und sich durch die vielfach prämierten Single Malts probieren. Die Kombination aus Harzer Quellwasser, schonender Destillation und Fasslagerung im Mittelgebirgsklima bringt Whiskys hervor, die regelmäßig Höchstbewertungen in Fachpublikationen erzielen.
Neben diesen großen Namen gibt es zahlreiche kleinere Brennereien, die ebenfalls zum Reichtum der deutschen Whiskykultur beitragen. Dazu zählen die Hausbrauerei Altstadthof in Nürnberg mit ihrer Ayrer’s-Reihe, die Elch-Brennerei in Gräfenberg bei Forchheim oder der Stork Club im brandenburgischen Spreewald, der sich auf Rye-Whisky spezialisiert hat. Viele dieser Produzenten öffnen ebenfalls an diesem Tag ihre Pforten für interessierte Besucher und zeigen, dass Whisky auch auf deutschem Boden Charakter und Tiefe entwickeln kann.
Der Tag des Deutschen Whiskys ist damit nicht nur ein Werbeereignis für eine wachsende Branche, sondern auch ein Ausdruck regionaler Vielfalt und handwerklicher Qualität. Die Mischung aus bodenständiger Brenntradition und internationalem Anspruch macht den deutschen Whisky zu einem spannenden Spiegel der kulinarischen Gegenwart. Wer die Gelegenheit nutzt, eine der offenen Brennereien zu besuchen, erlebt nicht nur edle Tropfen, sondern auch die Leidenschaft, mit der sie gemacht sind.
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