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1. Juli 1979 – Der Walkman kommt auf den Markt

Am 1. Juli 1979 begann eine neue Ära des Musikhörens: In Japan kam der erste Walkman von Sony auf den Markt.

Am 1. Juli 1979 begann eine neue Ära des Musikhörens: In Japan kam der erste Walkman von Sony auf den Markt. Das tragbare Kassettengerät ermöglichte es erstmals, Musik unterwegs über Kopfhörer zu hören; und zwar ganz privat und unabhängig von Ort und Zeit. Was heute als selbstverständlich gilt, war damals eine technische und kulturelle Sensation. Der Walkman wurde zu einem Symbol für Mobilität, Individualität und Jugendkultur der 1980er-Jahre.

Erfunden wurde der Walkman auf Wunsch des damaligen Sony-Mitgründers Masaru Ibuka, der sich ein Gerät wünschte, mit dem er auf Geschäftsreisen seine Lieblingsmusik hören konnte. Das Resultat war der „TPS-L2“, ein silberblaues Kassettenabspielgerät mit zwei Kopfhöreranschlüssen. Es war klein, leicht und lief mit zwei AA-Batterien. Obwohl es zunächst Skepsis gab, ein Kassettenrekorder ohne Aufnahmefunktion erschien ungewöhnlich, wurde das Gerät rasch zum Verkaufserfolg. Innerhalb weniger Monate verkaufte Sony zehntausende Geräte in Japan, bald folgte die Markteinführung in Europa und den USA.

Der Walkman veränderte nicht nur das Konsumverhalten, sondern auch den Umgang mit Musik. Er erlaubte erstmals ein individuelles Musikerlebnis im öffentlichen Raum. In Zügen, Parks und auf der Straße wurden Kopfhörer zum alltäglichen Anblick. Der Begriff „Walkman“ wurde so bekannt, dass er in den allgemeinen Sprachgebrauch einging und in vielen Sprachen sogar als Gattungsbegriff für tragbare Musikabspielgeräte verwendet wurde.

In den 1980er- und 1990er-Jahren entwickelte Sony das Konzept weiter. Es folgten Walkman-Modelle für Mini-Discs und später auch für CDs. Mit dem Siegeszug der MP3-Technologie reagierte Sony zunächst zögerlich und verlor Marktanteile an Konkurrenten wie Apple, deren iPod das tragbare Musikhören ab den 2000er-Jahren neu definierte. Erst mit digitalen Walkman-Modellen konnte Sony langsam wieder Anschluss finden, auch wenn der Name „Walkman“ nie wieder die kulturelle Durchschlagskraft der Kassettengeräte erreichte.

Trotzdem blieb der Walkman ein Kultobjekt. In den letzten Jahren erlebte das Kassettenformat eine kleine Renaissance. Junge Menschen entdeckten die analoge Technik als Gegenentwurf zum Streaming-Zeitalter, und auch gebrauchte Walkman-Modelle erfreuen sich bei Sammlern wachsender Beliebtheit. Sony selbst bietet bis heute digitale Walkman-Geräte an, mittlerweile mit hochauflösender Audioqualität und moderner Technik, jedoch eher für audiophile Nischenmärkte.

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