Jedes Jahr am zweiten Montag im Juli feiert man den internationalen Tag des Stadtschreiers, einen sehr alten und traditionsreichen Berufsstand, der uns an die Zeit erinnert, in der die Menschen über die neuesten Nachrichten von einem Mann mit Stimme und Glocke unterrichtet wurden.
Der internationale Tag des Stadtschreiers wurde 1996 von dem Kanadier Scott Fraser ins Leben gerufen, um diesen historischen Berufsstand zu würdigen und zu erhalten.
Stadtschreier waren früher die wichtigsten Informationsvermittler in den Gemeinden. Sie verkündeten amtliche Bekanntmachungen, Gerichtsurteile, Veranstaltungen und sonstige Angelegenheiten, die die Öffentlichkeit interessierten. Sie trugen oft eine auffällige Uniform und eine Glocke, mit der sie die Aufmerksamkeit der Zuhörer erregten. Sie begannen ihre Ansprache meist mit den Worten „Hört, hört, Ihr Leute“ oder „Oyez, oyez, oyez“ im englischen Sprachraum.
Der Beruf des Stadtschreiers hat eine lange Geschichte, die bis ins Mittelalter zurückreicht. Er war vor allem in Europa und in den britischen Kolonien verbreitet, aber auch in anderen Teilen der Welt gab es ähnliche Figuren. Der Stadtschreier hatte ein hohes Ansehen und galt als vertrauenswürdige Quelle für Nachrichten. Er genoss auch einen besonderen Schutz vor Beleidigungen oder Angriffen, denn er sprach im Namen der Obrigkeit.
Heutzutage ist der Beruf des Stadtschreiers weitgehend ausgestorben, denn seit den 1950er-Jahren wurde er durch Ortsrufanlagen und Druckschriften ersetzt. Nur noch wenige Städte haben einen offiziellen Stadtschreier, der bei besonderen Anlässen zum Einsatz kommt. Zum Beispiel lässt die britische Krone die Geburt von Nachwuchs oder Thronfolgern immer noch durch einen Stadtschreier verkünden.

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