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28. Juli 1962- DFB beschließt Einführung der Fußball-Bundesliga

Am 28. Juli 1962 traf der Deutsche Fußball-Bund (DFB) in Dortmund eine Entscheidung, die den deutschen Fußball grundlegend verändern sollte: Die Einführung der Fußball-Bundesliga zur Saison 1963/64.

Am 28. Juli 1962 traf der Deutsche Fußball-Bund (DFB) in Dortmund eine Entscheidung, die den deutschen Fußball grundlegend verändern sollte: Die Einführung der Fußball-Bundesliga zur Saison 1963/64. Damit ging eine jahrzehntelange Diskussion um die Schaffung einer einheitlichen Eliteliga zu Ende, die nicht nur sportliche, sondern auch wirtschaftliche und gesellschaftliche Auswirkungen hatte, und das bis heute.

Vor der Gründung der Bundesliga war der deutsche Fußball durch ein System regionaler Oberligen geprägt. In fünf Regionen, Nord, West, Südwest, Süd und Berlin, wurden jeweils eigene Meisterschaften gespielt, deren Sieger anschließend in einer Endrunde um die Deutsche Meisterschaft antraten. Dieses System galt als unübersichtlich und sportlich unausgewogen, vor allem im internationalen Vergleich. Während Nationen wie Italien, Spanien und England bereits seit Jahrzehnten zentrale Profiligen etabliert hatten, hinkte der deutsche Vereinsfußball auf europäischer Ebene hinterher.

Ein entscheidender Anstoß kam 1960, als Eintracht Frankfurt im Europapokal der Landesmeister das Finale gegen Real Madrid mit 3:7 verlor; ein Spiel, das sportlich begeisterte, aber auch zeigte, wie weit die Bundesliga-Rivalen Europas in puncto Professionalität bereits voraus waren. Der DFB, bis dahin strikt auf den Amateurgedanken bedacht, sah sich zunehmend unter Zugzwang.

Am 28. Juli 1962 fasste der DFB-Bundestag im Dortmunder Goldsaal schließlich den Beschluss: Ab der Saison 1963/64 sollte mit der Bundesliga eine einheitliche, bundesweite Liga mit zunächst 16 Vereinen eingeführt werden. Die Auswahl der Gründungsmitglieder erfolgte nach sportlichen und wirtschaftlichen Kriterien, wobei auch politische Erwägungen nicht ausgeschlossen waren. Zu den ersten Bundesliga-Vereinen zählten unter anderem der 1. FC Köln, der Hamburger SV, Borussia Dortmund, Eintracht Frankfurt und der 1. FC Kaiserslautern. Nicht berücksichtigt wurden etwa Alemannia Aachen oder der FC Bayern München; letzterer stieg erst 1965 in die Bundesliga auf.

Der Start der Bundesliga am 24. August 1963 markierte eine neue Ära. Der 1. FC Köln wurde erster Deutscher Meister in der neuen Liga. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich die Bundesliga zur zentralen Bühne des deutschen Fußballs. Sie brachte legendäre Spieler hervor, wie Franz Beckenbauer, Gerd Müller, Lothar Matthäus oder später Philipp Lahm und Manuel Neuer. Zugleich etablierte sie Vereine wie Bayern München oder Borussia Dortmund als internationale Marken.

Neben der sportlichen Bedeutung wurde die Bundesliga auch zum wirtschaftlichen Faktor. Mit der zunehmenden Kommerzialisierung des Fußballs, insbesondere ab den 1990er-Jahren, entwickelte sich die Liga zu einem Milliardenmarkt. Die Einführung der TV-Vermarktung, das Sponsoring und der Stadionausbau nach dem Vorbild englischer Clubs veränderten das Fußballerlebnis grundlegend. Auch gesellschaftlich wurde die Bundesliga zum festen Bestandteil des Wochenendes, zu einem Massenphänomen, das Menschen aller Schichten verbindet.

Heute gilt die Bundesliga als eine der stärksten Ligen der Welt. Sie steht für sportliche Qualität, solide Vereinsführung und hohe Zuschauerzahlen; in den Stadien wie im Fernsehen. Ihre Gründung im Jahr 1962 war nicht nur ein sportpolitischer Schritt, sondern ein Meilenstein in der Entwicklung des modernen Profifußballs in Deutschland. Was damals als mutiger Strukturwandel begann, ist heute eine Institution mit internationaler Ausstrahlung.

KI-Bild: Werner Niedermeier

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