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15. August 1996 – Erstes Smartphone kommt auf den Markt

Am 15. August 1996 begann eine neue Ära der mobilen Kommunikation. An diesem Tag brachte der finnische Hersteller Nokia den 9000 Communicator auf den Markt.

Am 15. August 1996 begann eine neue Ära der mobilen Kommunikation. An diesem Tag brachte der finnische Hersteller Nokia den 9000 Communicator auf den Markt, ein Gerät, das als erstes Smartphone der Welt gilt. Es vereinte zum ersten Mal Mobiltelefon und tragbaren Computer in einem Gehäuse und legte damit den Grundstein für die heutige Smartphone-Technologie.

Der Nokia 9000 Communicator war äußerlich ein robustes Mobiltelefon mit Antenne, doch hinter seiner Klappmechanik verbarg sich eine vollwertige QWERTY-Tastatur und ein breites, monochromes LCD-Display. Ausgestattet mit einem Intel-386-Prozessor und 8 MB Speicher bot er Funktionen, die bis dahin nur auf stationären Computern verfügbar waren. Nutzer konnten E-Mails senden und empfangen, Faxe verschicken, Termine verwalten, Texte bearbeiten und im damals noch jungen Internet surfen. Die Verbindung erfolgte über das GSM-Netz, und obwohl die Datenübertragung im Vergleich zu heutigen Standards langsam war, eröffnete sie neue Möglichkeiten für Geschäftsreisende und Technikpioniere.

Das Gerät wog rund 397 Gramm und war mit einem Einführungspreis von etwa 2.700 DM (vergleichbar mit einer heutigen Kaufkraft von etwa 2.500 Euro) ein exklusives Werkzeug vor allem für Führungskräfte und Unternehmen. Trotz seiner Größe und des hohen Preises fand der 9000 Communicator schnell Beachtung in der Geschäftswelt. Er wurde zum Symbol für mobilen Fortschritt und effiziente Kommunikation, lange bevor Touchscreens und Apps den Markt prägten.

Nokia entwickelte die Communicator-Reihe in den folgenden Jahren weiter, doch das 1996er Modell bleibt ein Meilenstein in der Mobilfunkgeschichte. Der 9000 Communicator zeigte erstmals, dass ein Telefon weit mehr sein kann als ein Gerät zum Sprechen und ebnete den Weg für die digitalen Alleskönner, die heute selbstverständlich in jede Hosentasche passen.

Trotz dieses frühen Vorsprungs gelang es Nokia nicht, den entstehenden Smartphonemarkt langfristig zu dominieren. Während der 9000 Communicator seiner Zeit technisch voraus war, hielt das Unternehmen zu lange an eigenen Betriebssystemen wie Symbian fest und unterschätzte den Wandel hin zu Touchscreen-Geräten mit intuitiver Bedienung. Als Apple 2007 das iPhone vorstellte und Google mit Android eine offene Plattform für zahlreiche Hersteller anbot, reagierte Nokia zu spät und mit halbherzigen Modernisierungen. Die einstige Stärke im Hardwaredesign konnte den Rückstand in Software-Ökosystemen und App-Angeboten nicht ausgleichen, wodurch Konkurrenten wie Apple, Samsung und später auch chinesische Hersteller Nokia überholten.

Bild: Werner Niedermeier | Werner Niedermeier
KI-Bild: Werner Niedermeier

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