Am 5. September erinnert die katholische Kirche an Mutter Teresa, deren Name untrennbar mit dem Einsatz für die Ärmsten der Armen verbunden ist. Geboren wurde sie 1910 in Skopje, das damals zum Osmanischen Reich gehörte und heute zur Republik Nordmazedonien. Unter dem bürgerlichen Namen Agnes Gonxha Bojaxhiu wuchs sie in einer streng katholischen Familie auf. Früh spürte sie den Ruf, in den Dienst der Kirche zu treten, und trat im Alter von 18 Jahren dem Orden der Loreto-Schwestern bei. Nach ihrer Ausbildung wurde sie nach Indien entsandt, wo sie den Großteil ihres Lebens verbrachte.
In Kalkutta sah sie das Leid der Ärmsten aus nächster Nähe. Die Konfrontation mit Hunger, Krankheit und Obdachlosigkeit führte dazu, dass sie 1950 die Missionarinnen der Nächstenliebe gründete. Der Orden widmete sich von Beginn an den Menschen, die von der Gesellschaft an den Rand gedrängt wurden. Mutter Teresa selbst pflegte Kranke, nahm Sterbende auf und war in den Elendsvierteln präsent. Diese konsequente Hinwendung zu den Schwächsten machte sie zu einer weltweit beachteten Persönlichkeit.
1979 wurde sie für ihr Wirken mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. In der Begründung hieß es, ihr Einsatz sei ein „Zeichen, dass auch der einzelne Mensch die Welt verändern kann“. Trotz dieser Ehrung blieb sie sich treu und lehnte ein Leben im Rampenlicht ab. Ihre Ausstrahlung lag nicht in großen Worten, sondern in der gelebten Nächstenliebe.
Kritische Stimmen begleiteten ihr Wirken ebenso. So wurde ihr vorgeworfen, dass in den von ihr geführten Einrichtungen der medizinische Standard niedrig gewesen sei und dass ihr Orden Spendengelder nicht immer transparent verwaltete. Auch ihre strikte Haltung in Fragen der Abtreibung und Empfängnisverhütung stieß auf Widerstand. Unbestritten bleibt jedoch, dass Mutter Teresa für Millionen Menschen zum Symbol praktizierter Barmherzigkeit wurde.
Am 5. September 1997 starb sie in Kalkutta im Alter von 87 Jahren. Schon zu Lebzeiten wurde sie als Heilige der Armen bezeichnet. Papst Johannes Paul II. sprach sie 2003 selig, Papst Franziskus erhob sie 2016 zur Heiligen. Damit wurde aus der Verehrung, die viele Gläubige ohnehin empfanden, ein offizielles Bekenntnis der Kirche. Der 5. September wurde zugleich als ihr Gedenktag festgelegt.
Heute tragen zahlreiche Schulen, Krankenhäuser und soziale Einrichtungen weltweit ihren Namen. Ihr Orden ist in mehr als 130 Ländern tätig. Der Gedenktag lädt nicht nur Katholiken ein, sich an ihre Botschaft zu erinnern: dass Würde und Menschlichkeit auch dort möglich sind, wo die Verhältnisse von Armut, Krankheit und Ausgrenzung geprägt sind.
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