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6. September 2021 – Todestag Jean-Paul Belmondo

Am 6. September 2021 starb der französische Schauspieler Jean-Paul Belmondo.

Jean-Paul Belmondo, einer der prägenden Schauspieler des französischen Kinos des 20. Jahrhunderts, starb am 6. September 2021 im Alter von 88 Jahren in Paris. Mit seinem Tod verlor Frankreich nicht nur einen Leinwandhelden, sondern auch eine schillernde Persönlichkeit, deren Karriere die französische Filmgeschichte nachhaltig geprägt hat.

Geboren am 9. April 1933 in Neuilly-sur-Seine bei Paris, stammte Belmondo aus einer Künstlerfamilie. Sein Vater war ein bekannter Bildhauer mit italienischen Wurzeln, seine Mutter stammte aus einer Familie mit künstlerischem Hintergrund. Nach einigen Versuchen im Boxsport wandte sich der junge Jean-Paul schließlich der Schauspielerei zu. Er wurde an der renommierten Pariser Schauspielschule Conservatoire national supérieur d’art dramatique aufgenommen und begann seine Karriere auf der Bühne, ehe ihn der Film entdeckte.

Seinen internationalen Durchbruch erlebte Belmondo 1960 mit dem Film Außer Atem (Originaltitel: À bout de souffle) von Jean-Luc Godard. Der Streifen gilt als Meilenstein der Nouvelle Vague, jener französischen Filmbewegung, die mit innovativen Techniken und einem frischen Blick auf das Leben der Nachkriegszeit das europäische Kino revolutionierte. Belmondo verkörperte darin den jungen, rebellischen Kleinganoven Michel Poiccard – charmant, respektlos, melancholisch. Es war eine Rolle, die ihn mit einem Schlag berühmt machte und die ihn für viele Jahre als Symbol des modernen, ungebundenen Mannes etablierte.

In den folgenden Jahrzehnten bewies Belmondo eine enorme Bandbreite. Er spielte nicht nur in künstlerisch anspruchsvollen Filmen von Regisseuren wie François Truffaut, Alain Resnais oder Claude Lelouch, sondern war auch einer der populärsten Stars im französischen Mainstreamkino. Besonders in den 1970er- und 1980er-Jahren war er bekannt für seine Actionrollen, in denen er viele seiner waghalsigen Stunts selbst ausführte. Filme wie Der Außenseiter (Le Professionnel) oder Der Greifer (Le Marginal) machten ihn zum Publikumsliebling.

Dabei blieb Belmondo stets mehr als nur ein Actiondarsteller. Mit seinem markanten Gesicht, seinem verschmitzten Lächeln und seiner lässigen Eleganz verkörperte er eine Mischung aus Kraft, Ironie und Melancholie, die ihn einzigartig machte. Er war kein Held im klassischen Sinn, sondern ein Mensch mit Ecken und Kanten, ein Abenteurer mit Herz und Witz.

In den späten 1990er-Jahren zog sich Belmondo nach einem Schlaganfall weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück. 2001 erlitt er einen schweren gesundheitlichen Rückschlag, von dem er sich jedoch mit bewundernswerter Willenskraft teilweise erholte. 2009 kehrte er mit dem Film Ein Mann und sein Hund (Un homme et son chien) noch einmal auf die Leinwand zurück.

Jean-Paul Belmondo wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit einem César für sein Lebenswerk. 2011 erhielt er bei den Filmfestspielen in Cannes die Goldene Palme für sein Gesamtwerk; eine späte, aber verdiente Ehrung für einen Schauspieler, der mehr als ein halbes Jahrhundert französisches Kino verkörpert hatte.

Sein Tod rief große Anteilnahme in Frankreich und darüber hinaus hervor. Präsident Emmanuel Macron nannte ihn „einen nationalen Schatz“ und würdigte ihn als „großen Schauspieler, dessen Stimme und Figur viele Generationen begleitet haben“. Am 10. September 2021 wurde ihm zu Ehren eine nationale Gedenkfeier im Invalidendom in Paris abgehalten; ein Zeichen der tiefen Verbundenheit des Landes mit einem Mann, der weit über die Grenzen des Kinos hinaus wirkte.

Jean-Paul Belmondo bleibt in Erinnerung als Inbegriff der französischen Leinwandkultur: mal rau, mal sensibel, immer voller Leben. Sein Werk lebt weiter; in den Bildern, die Generationen bewegten, und in der Haltung, die er verkörperte: frei, mutig, unverwechselbar.

Für Besserwisser hier einige der bekanntesten Filme von Jean-Paul Belmondo:

  • Außer Atem (1960): Dieser Film von Jean-Luc Godard machte Belmondo zum Star der Nouvelle Vague. Er spielt einen Kleinganoven, der einen Polizisten erschießt und sich in eine amerikanische Journalistin verliebt. Der Film ist ein Meilenstein der Filmgeschichte und beeinflusste viele spätere Regisseure.
  • Der Teufel mit der weißen Weste (1962): In diesem Film noir von Jean-Pierre Melville spielt Belmondo einen Gangster, der von einem Freund verraten wird und sich an ihm rächen will. Der Film ist ein spannender Thriller mit einer düsteren Atmosphäre und einem überraschenden Ende.
  • Der Profi (1981): In diesem Actionfilm von Georges Lautner spielt Belmondo einen Geheimagenten, der von seinem eigenen Dienst zum Tode verurteilt wird und sich seinen Weg durch seine Feinde kämpft. Der Film ist ein Kassenschlager und enthält eine berühmte Szene, in der Belmondo an einem fahrenden Zug hängt.
  • Eva und der Priester (1961): Ein Drama von Jean-Pierre Melville, in dem Belmondo einen Priester spielt, der sich in eine kommunistische Widerstandskämpferin verliebt.
  • Die tollen Abenteuer des Monsieur L. (1965): Eine Komödie von Philippe de Broca, in der Belmondo einen gelangweilten Millionär spielt, der versucht, sich das Leben zu nehmen, aber stattdessen in eine wilde Verfolgungsjagd gerät.
  • Borsalino (1970): Ein Gangsterfilm von Jacques Deray, in dem Belmondo zusammen mit Alain Delon zwei Freunde spielt, die die Unterwelt von Marseille beherrschen wollen.
Bild: Shutterstock | Shutterstock

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