Der Tag der Wiedergutmachung (Time’s Up Day) wird jedes Jahr am 17. September begangen. Er wurde von dem US-amerikanischen Ehepaar Ruth und Thomas Roy ins Leben gerufen, das eine Vielzahl von eher ungewöhnlichen Gedenk- und Aktionstagen erfunden hat. Im Gegensatz zu manchen ihrer humorvollen Kreationen verfolgt dieser Tag jedoch einen ernsten und tiefgründigen Zweck: Er soll Menschen dazu anregen, bestehende Konflikte zu beenden und zerbrochene Beziehungen zu heilen. Die Botschaft dahinter lautet, dass die Zeit nicht unbegrenzt ist und es wichtig ist, Schritte zur Versöhnung zu unternehmen, bevor es zu spät ist.
Der Gedanke, der hinter dem Tag der Wiedergutmachung steht, ist universell und zeitlos. Streit, Missverständnisse und verletzende Worte gehören zum menschlichen Zusammenleben. Oft werden Konflikte jedoch nicht ausgeräumt, sondern verdrängt, was mit der Zeit zu dauerhaften Entfremdungen führen kann. Genau hier setzt der Aktionstag an. Er fordert dazu auf, den Mut aufzubringen, den ersten Schritt zu machen, sei es durch ein klärendes Gespräch, eine Entschuldigung oder ein schlichtes Zeichen des guten Willens. Es geht nicht darum, Schuldfragen in den Mittelpunkt zu stellen, sondern vielmehr darum, einander wieder die Hand zu reichen und eine Brücke zu bauen.
Psychologische Studien belegen, dass das Festhalten an Groll und negativen Gefühlen auf lange Sicht nicht nur die zwischenmenschlichen Beziehungen belastet, sondern auch das eigene Wohlbefinden beeinträchtigt. Vergebung hingegen wird häufig als befreiend erlebt. Der Tag der Wiedergutmachung ist deshalb auch ein Tag der Selbstfürsorge, denn wer bereit ist, Versöhnung zuzulassen, befreit sich oft selbst von einer schweren Last. Damit ist er sowohl ein Impuls für das persönliche Leben als auch ein Signal für die Bedeutung des sozialen Miteinanders.
Der Tag lädt dazu ein, innezuhalten und sich bewusst zu machen, welche Begegnungen einem wichtig sind und wo ein Schritt auf den anderen zugehen vielleicht schon lange überfällig ist. So versteht sich der Tag der Wiedergutmachung nicht als bloße symbolische Geste, sondern als konkrete Aufforderung, Beziehungen wieder mit Leben zu füllen.

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