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21. September 2025 – Tag des Geotops

Am dritten Sonntag im September, in diesem Jahr am 21. September 2025, wird in Deutschland der Tag des Geotops begangen.

Am dritten Sonntag im September, in diesem Jahr am 21. September 2025, wird in Deutschland der Tag des Geotops begangen. Dieser Aktionstag lenkt seit über zwanzig Jahren die Aufmerksamkeit auf geologische Besonderheiten, die sonst im Alltag oft unbeachtet bleiben. Geotope sind Aufschlüsse, Felsen, Höhlen oder Landschaftsformen, die Einblick in die Entwicklung der Erde geben. Sie dokumentieren die Kräfte, die Kontinente geformt, Meere verschwinden und Gebirge entstehen ließen. Mit ihnen lässt sich Erdgeschichte nicht nur im Museum, sondern direkt in der Natur ablesen.

Ins Leben gerufen wurde der Tag 2002 von der Akademie der Geowissenschaften zu Hannover, unterstützt von den Staatlichen Geologischen Diensten und zahlreichen Fachverbänden. Ziel war es von Anfang an, das Bewusstsein für den Wert der geologischen Vielfalt zu schärfen und die Bedeutung dieser Naturdenkmale für Forschung, Bildung und Naturschutz hervorzuheben. Während Naturfreunde längst die Flora und Fauna als schützenswert erachten, bleibt der Untergrund vielerorts ein blinder Fleck. Doch ohne Kenntnis des geologischen Fundaments lassen sich weder Wasserhaushalt, Bodennutzung noch Rohstoffgewinnung verstehen.

Traditionell öffnen am Tag des Geotops zahlreiche Steinbrüche, Gruben oder Besucherbergwerke, die sonst nicht zugänglich sind. Geologen und Heimatforscher führen durch Steinbrüche, erklären die Schichtenfolge und zeigen Fossilien oder Mineralien. Exkursionen zu Vulkanresten, Gletschermoränen oder Karstquellen machen sichtbar, wie eng Erdgeschichte und Kulturlandschaft miteinander verbunden sind. Besonders beliebt sind Veranstaltungen für Familien, bei denen Kinder selbst Hand anlegen und Gesteine bestimmen können.

Deutschland besitzt eine Fülle an Geotopen, die international Beachtung finden. Die Sächsische Schweiz mit ihren Sandsteinformationen, die Basaltkegel in der Rhön oder die Fossilienlagerstätte Messel bei Darmstadt sind nur einige Beispiele. Sie zeugen von tropischen Meeren, gewaltigen Vulkanausbrüchen oder den Anfängen der Säugetierentwicklung. Viele dieser Orte sind längst Teil des UNESCO-Weltnaturerbes oder liegen in Nationalparks. Doch auch kleinere, weniger bekannte Aufschlüsse am Wegesrand haben ihren Wert und tragen dazu bei, die Erdgeschichte im Detail zu verstehen.

Mit dem Tag des Geotops soll nicht nur die Schönheit der Landschaft gewürdigt, sondern auch der wissenschaftliche Wert dieser Fundstellen geschützt werden. Erosion, Bebauung oder illegale Fossiliensammlungen gefährden vielerorts die Zeugnisse der Erdgeschichte. Durch Information und Aufklärung soll ein verantwortungsvoller Umgang gefördert werden. Der Aktionstag bietet deshalb eine seltene Gelegenheit, den Blick zu schärfen und unter fachkundiger Leitung zu begreifen, wie alt, vielfältig und zerbrechlich das geologische Erbe ist, auf dem wir leben.

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