Am 22. September wird der Tag der Eiswaffel gefeiert, im englischen Sprachraum als National Ice Cream Cone Day bekannt. Er erinnert an eine der beliebtesten Formen, Eis zu genießen, die knusprige Waffeltüte. Ob im Freibad, beim Spaziergang oder in der Innenstadt, kaum ein Symbol steht so sehr für sommerliches Schleckvergnügen wie eine Kugel Eis im Hörnchen.
In Deutschland hat Speiseeis insgesamt einen hohen Stellenwert. Laut dem Statistischen Bundesamt wurden im Jahr 2024 rund 607 Millionen Liter Speiseeis produziert. Ein erheblicher Teil davon wird nicht in industriell verpackten Bechern, sondern in Waffeln verkauft. Branchenumfragen zufolge bevorzugen etwa ein Viertel der Deutschen die klassische Eiswaffel, wenn sie sich Eis kaufen. Damit liegt sie hinter dem Eisbecher, aber noch deutlich vor Eis am Stiel. Besonders in Eisdielen ist die Waffel die Standardform, da sich die Kugeln leicht portionieren und servieren lassen.
Die Erfindung der Eiswaffel selbst ist von Legenden umrankt. Eine oft erzählte Geschichte spielt auf der Weltausstellung in St. Louis im Jahr 1904, wo ein Eisverkäufer keine Schälchen mehr hatte und kurzerhand die Waffeln eines Nachbarstands nutzte. Auch der italienische Einwanderer Italo Marchioni wird genannt: Er erhielt 1903 in den USA ein Patent für essbare Waffelbehälter. Sicher ist, dass die Eiswaffel sich innerhalb weniger Jahre durchsetzte und weltweit zum Standard wurde.
International ist die Waffel ebenfalls fest etabliert. In den USA werden jedes Jahr mehrere Milliarden Eiswaffeln hergestellt; Schätzungen gehen von über 2,5 Milliarden Stück allein für den dortigen Markt aus. Auch in Italien, dem Mutterland der Gelaterien, ist die knusprige Tüte fester Bestandteil der Eiskultur. In Skandinavien wiederum gilt sie als nahezu konkurrenzlos, da Becher dort weniger beliebt sind. Weltweit schätzen Marktforscher den Anteil der Waffeln am offenen Eisverkauf auf rund 50 bis 60 Prozent, ein Hinweis darauf, dass die Kombination aus knusprigem Gebäck und cremigem Eis international als Ideal gilt.
Heute gilt die Waffeltüte als Inbegriff des spontanen Eisgenusses. Während der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch an Speiseeis in Deutschland bei rund 8 Litern liegt, das entspricht etwa 116 Kugeln, wandern Millionen dieser Kugeln in knusprige Waffeln. Der Tag der Eiswaffel würdigt deshalb nicht nur eine kulinarische Erfindung, sondern auch ein Stück Alltagskultur, das Jung und Alt gleichermaßen Freude bereitet.
