Am 9. Oktober 1850 wurde in München die Bronzestatue „Bavaria“ auf der Theresienwiese feierlich enthüllt. Sie steht als Sinnbild für Bayern und gilt als eine der eindrucksvollsten Monumentalfiguren des 19. Jahrhunderts. Entworfen wurde sie im Auftrag von König Ludwig I., der mit repräsentativen Bauten die kulturelle Bedeutung seines Königreichs unterstreichen wollte.
Der Architekt Leo von Klenze entwarf den dazugehörigen Bau der Ruhmeshalle, während der Bildhauer Ludwig Schwanthaler das Modell der Figur gestaltete. Der Guss erfolgte in der königlichen Erzgießerei durch Johann Baptist Stiglmaier und später Ferdinand von Miller. Diese Männer prägten das Stadtbild Münchens nachhaltig; zu ihren Ehren tragen heute Straßen und Plätze ihre Namen; etwa die Klenzestraße, der Schwanthalerplatz, der Stiglmaierplatz und die Millerstraße. Die Bavaria war die erste riesige Bronzestatue seit der Antike, die vollständig im Sandgussverfahren gefertigt wurde, und wurde in mehreren Teilen gegossen, die schließlich auf der Theresienhöhe zusammengesetzt wurden.
Mit einer Höhe von insgesamt rund 18,5 Metern und einem Gewicht von mehr als 87 Tonnen überragt die Figur ihre Umgebung. Sie zeigt eine kraftvolle weibliche Gestalt, die einen Eichlaubkranz in der rechten Hand hält und sich mit der linken auf ein Schwert stützt; an ihrer Seite steht ein Löwe, das Wappentier Bayerns. Im Inneren führt eine Wendeltreppe bis in den Kopf der Statue, von wo aus Besucher einen weiten Blick über die Stadt und die Theresienwiese genießen können.
Die Ruhmeshalle, die sich hinter der Statue erhebt, wurde zwischen 1843 und 1853 errichtet und beherbergt Büsten bedeutender Persönlichkeiten Bayerns aus Wissenschaft, Kunst und Geschichte. Sie bildet mit der Bavaria ein Ensemble, das den Stolz des Landes auf seine kulturellen Leistungen zum Ausdruck bringt. Trotz Kriegsschäden blieb die Statue selbst unversehrt und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg behutsam restauriert.
Im Laufe der Zeit wurde die Bavaria weit mehr als ein Kunstwerk oder ein nationales Denkmal. Sie verkörpert Selbstbewusstsein, Beständigkeit und die Einheit des Landes. Besonders während des Oktoberfests ist sie allgegenwärtig, wenn sie hoch über den Festzelten und Besuchermengen thront und die Theresienwiese überblickt. Im Jahr 2025 feiert München den 175. Jahrestag ihrer Enthüllung und damit auch ein Stück Identität, das die Stadt und ganz Bayern seit Generationen begleitet. Die Bavaria steht als Symbol für Stärke und Stolz, für Tradition und Erneuerung zugleich; und bleibt damit eines der prägendsten Wahrzeichen des Freistaats.

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