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11. November 1821 – Geburtstag Fjodor Dostojewski

Am 11. November 1821 wurde einer der größten Schriftsteller der russischen Literatur geboren: Fjodor Michailowitsch Dostojewski.

Am 11. November 1821 wurde einer der größten Schriftsteller der russischen Literatur geboren: Fjodor Michailowitsch Dostojewski. Sein Leben war geprägt von Schicksalsschlägen, politischen Wirren und finanziellen Nöten, aber auch von einem unerschütterlichen Glauben und einer tiefen Liebe zur russischen Kultur. Seine Werke spiegeln diese Erfahrungen wider und zeigen die vielfältigen Facetten der menschlichen Seele in all ihrer Schönheit und Hässlichkeit, ihrer Größe und Niedrigkeit, ihrer Verzweiflung und Hoffnung.

Dostojewski begann seine schriftstellerische Laufbahn 1844 mit dem Roman “Arme Leute”, der ihm sofort Anerkennung einbrachte. Er schloss sich dem revolutionären Petraschewski-Zirkel an, der sich für soziale Reformen und die Abschaffung der Leibeigenschaft einsetzte. Dies führte 1849 zu seiner Verhaftung und Verurteilung zum Tode, die in letzter Minute in eine Haftstrafe in Sibirien umgewandelt wurde. Dort erlebte er die Härte des Gefängnislebens, die er später in seinem Werk “Aufzeichnungen aus einem Totenhaus” verarbeitete.

Nach seiner Entlassung 1859 kehrte er nach St. Petersburg zurück und widmete sich wieder dem Schreiben. Er gründete zusammen mit seinem Bruder Michail zwei Zeitschriften, die jedoch beide verboten wurden. Dostojewski litt an Epilepsie und war der Spielsucht verfallen, die ihn in große Schulden stürzte. Er floh vor seinen Gläubigern ins Ausland, wo er drei Jahre lang lebte. In dieser Zeit entstanden einige seiner berühmtesten Werke, wie “Schuld und Sühne”, “Der Idiot” und “Der Spieler”.

1867 heiratete er seine zweite Frau Anna Snitkina, die ihm eine treue Gefährtin und eine geschickte Geschäftsfrau war. Sie half ihm, seine Finanzen zu ordnen und seine Werke zu veröffentlichen. Mit ihr kehrte er nach Russland zurück und lebte in verschiedenen Städten. Er schrieb weitere Meisterwerke, wie “Die Dämonen”, “Der Jüngling” und “Die Brüder Karamasow”. Er wurde zu einem angesehenen und einflussreichen Autor, der sich zu aktuellen politischen und religiösen Fragen äußerte. Er stand in Kontakt mit anderen bedeutenden Schriftstellern seiner Zeit, wie Lew Tolstoi, Iwan Turgenew und Iwan Gontscharow.

Dostojewski starb am 9. Februar 1881 in St. Petersburg an einem Lungenblutung. Sein Begräbnis wurde zu einer nationalen Trauerfeier, an der Zehntausende von Menschen teilnahmen. Sein literarisches Erbe ist bis heute unübertroffen. Er gilt als einer der herausragenden Psychologen der Literatur, der die innersten Regungen, Zwänge und Befreiungen seiner Figuren mit einer unvergleichlichen Intensität und Tiefe darstellte. Er war ein Seismograph der Konflikte, in die der Mensch mit dem Anbruch der Moderne geriet. Er stellte die großen Fragen nach dem Sinn des Lebens, dem Verhältnis von Gut und Böse, der Rolle des Individuums in der Gesellschaft, der Bedeutung des Glaubens und der Freiheit. Seine Werke sind nicht nur spannende und packende Erzählungen, sondern auch tiefsinnige und provokante Reflexionen über die menschliche Natur und das Schicksal.

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