Am Sonntag, 16. November 2025, wird in Deutschland der Volkstrauertag begangen. An diesem Tag wird der Opfer von Krieg und Gewalt gedacht, die in den beiden Weltkriegen und anderen Konflikten ihr Leben verloren haben. Der Volkstrauertag ist einer der wenigen staatlichen Gedenktage und gehört zu den sogenannten stillen Tagen, an denen besondere Einschränkungen für öffentliche Veranstaltungen gelten.
Der Ursprung des Volkstrauertags geht auf die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg zurück, als er erstmals im Jahr 1919 vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge als Gedenktag für die gefallenen deutschen Soldaten vorgeschlagen wurde. Im Laufe der Zeit wurde der Gedenktag erweitert, um an die Opfer beider Weltkriege sowie anderer kriegerischer Konflikte zu erinnern. Seit 1952 wird der Volkstrauertag zwei Sonntage vor dem ersten Adventssonntag begangen.
Die zentrale Gedenkstunde zum Volkstrauertag findet im Deutschen Bundestag statt, die vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge organisiert und von der ARD live übertragen wird. Die feierliche Zeremonie in diesem Jahr steht im Zeichen der Erinnerung an den Angriffs- und Vernichtungskrieg in Ost- und Südosteuropa, der vor 80 Jahren begann und Millionen Opfer forderte.
Der Volkstrauertag ist nicht nur ein Tag der Trauer, sondern auch ein Tag der Mahnung zum Frieden. Unter dem Motto „Frieden ist mehr als die Abwesenheit von Krieg“ bietet der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge eine Handreichung mit Hintergrundinformationen, Redebeispielen, Predigtmeditationen und Praxistipps zum Gestalten der zahlreichen Gedenkstunden, die am Volkstrauertag bundesweit stattfinden. Die Handreichung greift verschiedene Themen auf, wie die Bedingungen für einen guten Frieden, die deutsch-französische Versöhnung und die Rolle der Rechtsstaatlichkeit für ein friedliches Miteinander.
Der Volkstrauertag ist somit eine Gelegenheit, sich der Vergangenheit zu stellen, die Gegenwart zu reflektieren und die Zukunft zu gestalten. Er soll uns daran erinnern, dass Frieden nicht selbstverständlich ist, sondern immer wieder neu erarbeitet und verteidigt werden muss. Er soll uns auch dazu anregen, uns für die Wahrung der Menschenrechte, die Förderung der Demokratie und die Verständigung zwischen den Völkern einzusetzen. Denn nur so können wir verhindern, dass sich die Schrecken der Geschichte wiederholen.

Bildquellen auf dieser Seite:
- Agnetha Fältskog 1976 Public Domain: Public Domain | Public Domain