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26. November 2003 – Letzter Flug der Concorde

Am 26. November 2003 endete eine Ära der Luftfahrt: Die Concorde, das berühmte Überschallflugzeug, stellte ihren Betrieb ein.

Am 26. November 2003 endete eine Ära der Luftfahrt: Die Concorde, das berühmte Überschallflugzeug, stellte ihren Betrieb ein. Damit verabschiedete sich ein technisches Meisterwerk, das über Jahrzehnte hinweg den Himmel erobert hatte und für Innovation, Geschwindigkeit und Luxus stand. Doch warum musste ein solch legendäres Flugzeug seinen Dienst einstellen? Ein Blick auf die Geschichte und die Hintergründe gibt Antworten.

Die Concorde war das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen Großbritannien und Frankreich, deren Wurzeln in den frühen 1960er-Jahren lagen. Ziel war es, ein Passagierflugzeug zu entwickeln, das mit Überschallgeschwindigkeit fliegen konnte; eine technologische Herausforderung, die weltweit Beachtung fand. Der Name „Concorde“ symbolisierte die Eintracht zwischen den beteiligten Nationen.

Am 2. März 1969 startete die Concorde zu ihrem ersten Testflug. Ab 1976 nahm sie den regulären Passagierbetrieb auf. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von Mach 2, also etwa 2.180 km/h, und einer Reisehöhe von über 18.000 Metern bot die Concorde ein unvergleichliches Flugerlebnis. Strecken wie London–New York oder Paris–New York konnten in weniger als vier Stunden zurückgelegt werden, ein Bruchteil der Zeit, die herkömmliche Flugzeuge benötigten.

Die Concorde war nicht nur ein technisches, sondern auch ein gesellschaftliches Symbol. Politiker, Schauspieler und Wirtschaftsbosse nutzten die Maschine, um Zeit zu sparen und in luxuriösem Ambiente zu reisen. Der Ticketpreis war entsprechend hoch: Ein Hin- und Rückflug über den Atlantik konnte mehrere Tausend Dollar kosten.

Doch die Concorde hatte auch Kritiker. Die enormen Betriebskosten, der hohe Treibstoffverbrauch und die extrem lauten Überschallknalle sorgten für Kontroversen. Insbesondere in den USA kam es zu Protesten, weshalb die Concorde nur auf wenigen Flughäfen landen durfte.

Der Betrieb der Concorde war von Anfang an ein Zuschussgeschäft. Nur die staatlich subventionierten Fluggesellschaften British Airways und Air France konnten sich den Betrieb leisten. Trotz der Exklusivität und der beeindruckenden Technik schrieb die Concorde rote Zahlen.

Der Wendepunkt kam jedoch am 25. Juli 2000, als eine Concorde der Air France kurz nach dem Start in Paris abstürzte. Dabei kamen alle 109 Insassen und vier Menschen am Boden ums Leben. Ursache war ein Trümmerteil auf der Startbahn, das einen Reifen zerstörte und letztlich einen Tank durchschlug. Nach diesem Unfall wurde der Betrieb der Concorde vorübergehend eingestellt, und umfangreiche Sicherheitsüberarbeitungen folgten. Doch das Vertrauen der Passagiere war nachhaltig erschüttert.

Neben dem Sicherheitsproblem machten der Concorde in den frühen 2000er-Jahren wirtschaftliche Entwicklungen zu schaffen. Der Luftfahrtmarkt veränderte sich: Fluggesellschaften setzten zunehmend auf kostengünstigere Modelle mit mehr Passagierkapazität. Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 brachen zudem die Passagierzahlen ein, und die Nachfrage nach teuren Überschallflügen sank weiter.

Am 10. April 2003 gaben British Airways und Air France schließlich das Ende des Concorde-Betriebs bekannt. Der 26. November 2003 markierte den letzten Flug, als eine Concorde von British Airways von London Heathrow nach Filton bei Bristol flog, wo sie heute in einem Museum ausgestellt ist.

Die Concorde bleibt ein Symbol für den Traum, Grenzen zu überwinden; sei es geografisch oder technologisch. Sie inspirierte Generationen von Ingenieuren und Flugbegeisterten. Bis heute hat kein anderes Passagierflugzeug ihre Geschwindigkeit erreicht. Doch sie erinnert auch daran, dass technische Meisterwerke durchaus scheitern können.

Bild: Werner Niedermeier | Werner Niedermeier
Bild: Werner Niedermeier

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