Am 1. Dezember jährt sich der Geburtstag von Martin Heinrich Klaproth. Der deutsche Chemiker, der als einer der Begründer der analytischen Chemie gilt, wurde 1743 in Wernigerode geboren. Er entdeckte mehrere Elemente, darunter Uran, Zirkonium und Cer, und analysierte zahlreiche Mineralien. Sein Leben und Werk sind eng mit Berlin verbunden, wo er als Apotheker, Lehrer und Akademiker wirkte.
Klaproth war der Sohn eines armen Schneiders und besuchte die Stadtschule in Wernigerode. Mit 16 Jahren begann er eine Lehre als Apothekergehilfe in Quedlinburg. Er arbeitete in verschiedenen Apotheken in Hannover, Berlin und Danzig, wo er sich autodidaktisch in Chemie weiterbildete. Er lernte bei renommierten Chemikern wie Johann Heinrich Pott und Andreas Sigismund Marggraf, dessen Nichte er später heiratete.
1771 kehrte er nach Berlin zurück und übernahm die Leitung der Apotheke Zum weißen Schwan von Valentin Rose dem Älteren, der kurz darauf verstarb. Klaproth richtete sich ein Laboratorium ein, in dem er systematisch chemische Untersuchungen durchführte. Er führte die Waage als analytisches Standardinstrument ein und legte großen Wert auf Genauigkeit und Reproduzierbarkeit seiner Versuche. Er veröffentlichte seine Ergebnisse in Fachzeitschriften und wurde bald als Autorität auf dem Gebiet der Chemie anerkannt.
1780 kaufte er die Bären-Apotheke in Berlin, die er bis 1800 erfolgreich führte. Neben seiner Apothekertätigkeit war er auch als Dozent und Prüfer für Chemie tätig. Er unterrichtete an der Berliner Artillerieschule, am Collegium medico-chirurgicum und am Berg- und Hütteninstitut. Auch experimentierte er mit Alexander von Humboldt, mit dem er befreundet war.
1788 wurde er Mitglied der Berliner Akademie der Wissenschaften, deren Direktor er 1800 wurde. Klaproth verkaufte seine Apotheke und zog in das Akademiegebäude, wo er ein neues Labor einrichtete. Er widmete sich nun ganz der wissenschaftlichen Forschung und gab mehrere Bände seiner „Beiträge zur chemischen Kenntnis der Mineralkörper“ heraus, in denen er seine Analysen von über 200 Mineralien beschrieb.
Klaproth entdeckte die Elemente Uran (1789), Zirkonium (1789) und Cer (1803) und bestätigte die Entdeckung von Titan (1792), Strontium (1793), Tellur (1798) und Beryllium (1798), die von anderen Chemikern gemacht worden waren. Er benannte das Element Uran nach dem Planeten Uranus, der kurz zuvor von Wilhelm Herschel entdeckt worden war. Er isolierte jedoch nicht die reinen Elemente, sondern nur ihre Oxide, die er für Erden hielt. Erst später wurde erkannt, dass es sich um neue Elemente handelte.
Klaproth war auch der erste, der die chemische Zusammensetzung von Porzellan, Jade, Smaragd, Koralle, Bernstein und anderen Materialien bestimmte. Er analysierte auch antike Münzen und Artefakte und trug so zur Entwicklung der archäologischen Chemie bei. Er war ein international angesehener Gelehrter und wurde in mehrere wissenschaftliche Gesellschaften aufgenommen, wie die Royal Society in London, das Institut de France und die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften.
Klaproth starb am 1. Januar 1817 in Berlin im Alter von 73 Jahren. Er hinterließ ein umfangreiches Werk, das die Grundlage für die moderne Chemie bildete. Er gilt als einer der bedeutendsten Chemiker der deutschen Aufklärung und als ein Pionier der Chemie.

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