Kalender

10. Dezember 1993 – Veröffentlichung Computerspiel „Doom“

Am 10. Dezember 1993 wurde das Computerspiel Doom von der US-amerikanischen Firma id Software weltweit veröffentlicht.

Am 10. Dezember 1993 wurde das Computerspiel Doom von der US-amerikanischen Firma id Software weltweit veröffentlicht. Das Spiel markierte einen Meilenstein in der Geschichte der Videospiele, indem es das Genre des Ego-Shooters definierte und mit innovativer Technik sowie packendem Gameplay neue Maßstäbe setzte. Doch während Doom Millionen von Spielern begeisterte, löste es gleichzeitig heftige Kontroversen aus; insbesondere in Deutschland.

In Doom übernimmt der Spieler die Rolle eines namenlosen Weltraum-Marines, der auf einer Forschungsstation auf dem Marsmond Phobos gegen Horden dämonischer Kreaturen kämpft. Die Handlung, die eher als Hintergrund dient, dreht sich um ein fehlgeschlagenes Experiment, bei dem Portale zur Hölle geöffnet wurden. Das Ziel des Spiels ist einfach: Überleben und den Weg durch labyrinthartige Level finden, während man mit einer Vielzahl von Waffen Dämonen und Monster bekämpft.

Die düstere Atmosphäre, gepaart mit rasanten Kämpfen, einer Vielzahl an Waffen und herausfordernden Gegnern, machten Doom zu einem sofortigen Klassiker. Technisch beeindruckte das Spiel mit seiner 3D-Grafik (die tatsächlich eine geschickte 2.5D-Darstellung war), dynamischen Licht- und Schatteneffekten sowie einem innovativen Mehrspieler-Modus, der das sogenannte „Deathmatch“ populär machte.

Während Doom weltweit als technisches und spielerisches Meisterwerk gefeiert wurde, geriet es in Deutschland schnell ins Visier der Behörden. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) stufte das Spiel im Mai 1994 als jugendgefährdend ein und setzte es auf den Index. Die Gründe hierfür waren vor allem die explizite Darstellung von Gewalt, die dämonische Symbolik und die vermeintlich aggressive Grundstimmung des Spiels.

Die Indizierung führte dazu, dass Doom in Deutschland nicht mehr öffentlich beworben oder an Minderjährige verkauft werden durfte. Kritiker warfen dem Spiel vor, eine Verrohung der Jugend zu fördern, und es wurde Teil einer breiteren Debatte über Gewalt in Videospielen, die in den 1990er-Jahren immer wieder aufflammte.

Die Indizierung sorgte dafür, dass eine kompletten Ausgabe eines Computermagazins in den 1990er Jahren zensiert wurde. Konkret handelte es sich um die Zeitschrift PC Player, deren Ausgabe 1/95 im Februar 1995 von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften (BPjS) indiziert wurde. Der Grund für diese weitreichende Maßnahme war eine Werbeanzeige für das Ego-Shooter-Spiel „Doom II: Hell on Earth“. Nach damaligem Recht stellte die öffentliche Werbung für ein indiziertes Medium einen Verstoß dar, weshalb die BPjS die Anzeige in der PC Player als jugendgefährdend ansah und folglich die gesamte Zeitschrift als Trägermedium der Werbung indizierte. Dadurch durfte das gesamte Computermagazin in Deutschland nicht mehr offen verkauft werden.

Nach 17 Jahren auf dem Index wurde die Indizierung schließlich im August 2011 aufgehoben. Grundlage für die Entscheidung war eine erneute Prüfung durch die BPjM, bei der das Spiel im Kontext der damaligen Zeit bewertet wurde. Es wurde festgestellt, dass Doom inzwischen eher als historisches Kulturgut und weniger als jugendgefährdend anzusehen ist. Darüber hinaus waren moderne Videospiele technisch und inhaltlich deutlich weiterentwickelt, was die einst als schockierend empfundene Gewaltdarstellung von Doom in ein anderes Licht rückte. Die Aufhebung der Indizierung erlaubte es, das Spiel erneut frei in Deutschland zu verkaufen, was viele Fans und Sammler begrüßten.

Trotz der Kontroversen war der Erfolg von Doom ungebrochen. Das Spiel inspirierte zahlreiche Nachfolger und führte zur Entstehung des Begriffs „Doom-Klon“, der für Ego-Shooter der frühen 1990er-Jahre verwendet wurde. Die von id Software entwickelte Spiel-Engine wurde zur Grundlage für viele weitere Spiele, und die Community entwickelte über Jahre hinweg eigene Modifikationen und Level.

Doom ebnete den Weg für ikonische Nachfolger wie Doom II (1994) und die erfolgreiche Neuauflage der Serie mit Doom (2016) und Doom Eternal (2020). Es bleibt eines der einflussreichsten Spiele der Geschichte und ein Kultklassiker, der sowohl für seine bahnbrechende Technik als auch für die Diskussionen um Gewalt in Videospielen bekannt ist.

Die Veröffentlichung von Doom am 10. Dezember 1993 markierte den Beginn einer neuen Ära in der Welt der Videospiele. Es zeigte, wie bahnbrechend Technik und Gameplay sein können, entfachte jedoch gleichzeitig Debatten über die moralische Verantwortung von Spieleentwicklern. Auch heute noch wird Doom als Pionier des Ego-Shooter-Genres und als wegweisendes Beispiel für interaktives Storytelling und Spieldesign gefeiert; ein Spiel, das die Welt der Videospiele für immer verändert hat.

Bild: Werner Niedermeier | Werner Niedermeier
KI-Bild: Werner Niedermeier

Bildquellen auf dieser Seite:

Heute ist außerdem...

Sehen Sie, was heute sonst noch los ist.

Entdecken