Am 13. Dezember 1797 wurde ein bedeutender deutscher Dichter, Schriftsteller und Journalist geboren: Heinrich Heine. Seine Lyrik und Prosa zeichnen sich durch ihren satirischen Witz, ihre Ironie und ihre politische Schärfe aus. Heine gilt als einer der letzten Vertreter und zugleich als Überwinder der Romantik. Er machte die Alltagssprache lyrikfähig, erhob das Feuilleton und den Reisebericht zur Kunstform und verlieh der deutschen Literatur eine zuvor nicht gekannte, elegante Leichtigkeit. Die Werke kaum eines anderen Dichters deutscher Sprache wurden bis heute so häufig übersetzt und vertont.
Heine wurde am 13. Dezember 1797 als Harry Heine in Düsseldorf geboren, in einer jüdischen Familie von Tuchhändlern. Er besuchte verschiedene Schulen und Universitäten, wo er unter anderem bei Hegel und Schleiermacher studierte. Er interessierte sich für Literatur, Philosophie und Geschichte, aber auch für Politik und Gesellschaft. Heine freundete sich mit Karl Marx an, mit dem er später brieflich korrespondierte.
Heine begann früh, Gedichte zu veröffentlichen, die ihm bald Anerkennung und Ruhm einbrachten. Sein erster großer Erfolg war das Buch der Lieder (1827), das viele seiner bekanntesten Gedichte enthält, wie „Die Lorelei“, „Du bist wie eine Blume“ oder „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten“. Seine Reisebilder (1826–1831) sind eine Sammlung von Reiseberichten, die er mit humorvollen und kritischen Kommentaren zu den Ländern und Kulturen, die er besuchte, anreicherte. Er reiste unter anderem nach England, Frankreich, Italien und in den Harz.
Im Jahr 1831 zog Heine nach Paris, wo er bis zu seinem Tod lebte. Er wurde zum Korrespondenten verschiedener deutscher Zeitungen und Zeitschriften, wie der Augsburger Allgemeinen Zeitung oder der Rheinischen Zeitung. Er schrieb über die politischen und kulturellen Ereignisse in Frankreich, aber auch über die deutsche Literatur und Philosophie. Er war ein scharfer Kritiker der Restauration und des Deutschen Bundes, die er als reaktionär und unterdrückerisch empfand. Er sympathisierte mit den Ideen der Französischen Revolution und des Sozialismus. Dabei geriet er mehrmals in Konflikt mit den Zensurbehörden, die einige seiner Werke verboten oder beschlagnahmten.
Heine heiratete 1841 die Französin Crescence Eugenie Mirat, genannt Mathilde, mit der er eine stürmische Ehe führte. Er litt an einer unheilbaren Krankheit, die ihn ab 1848 ans Bett fesselte. Sein Zimmer nannte der „Die Matratzengruft“. In dieser Zeit schrieb er einige seiner bedeutendsten Werke, wie „Deutschland. Ein Wintermärchen“ (1844), „Atta Troll. Ein Sommernachtstraum“ (1847) oder „Romanzero“ (1851). Er beschäftigte sich auch mit seiner jüdischen Herkunft und der Religion, die er mal spöttisch, mal ernsthaft behandelte. Er starb am 17. Februar 1856 in Paris.
Heine hinterließ ein umfangreiches und vielfältiges Werk, das bis heute die deutsche Literatur und Kultur beeinflusst. Er war ein Dichter der Freiheit, der Liebe und der Schönheit, aber auch ein Dichter des Schmerzes, der Melancholie und der Verzweiflung. Er war ein Kosmopolit, der die Grenzen zwischen den Nationen und den Epochen überschritt. Er war ein Genie, das von vielen bewundert, aber auch von vielen angefeindet wurde. Er war, wie er selbst sagte, ein „guter Europäer“.
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