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2. Januar 1882 – Rockefeller gründet sein Ölimperium

Rockefeller gründete 1882 das Standard Oil Trust, eine komplexe juristische Struktur, die etwa 40 Unternehmen umfasste, die von neun Treuhändern, darunter Rockefeller, geleitet wurden.

John D. Rockefeller war einer der mächtigsten und umstrittensten Unternehmer in der amerikanischen Geschichte. Er gründete 1870 die Standard Oil Company, die fast alle Ölproduktion, -verarbeitung, -vermarktung und -transport in den USA kontrollierte. Sein Ölimperium machte ihn zum reichsten Mann der Welt, aber auch zum Ziel von Kritik, Klagen und staatlicher Regulierung.

Rockefeller begann 1863 als Teilhaber einer Ölraffinerie in Cleveland, Ohio. Schon bald kaufte er seine Partner aus und schloss sich mit Henry M. Flagler zusammen, um die führenden Raffinerien der Stadt zu betreiben. Seine wachsende Marktmacht nutzte er, um von den Eisenbahngesellschaften günstige Transportkonditionen auszuhandeln. Gleichzeitig erwarb er konkurrierende Unternehmen oder führte sie mit seinen eigenen zusammen und vergrößerte so Schritt für Schritt seinen Einfluss auf den Markt. Am 2. Januar 1882 gründete er den Standard Oil Trust, eine neuartige und komplexe juristische Konstruktion, in der rund vierzig Unternehmen gebündelt wurden. Gesteuert wurde dieses Geflecht von neun Treuhändern, unter ihnen Rockefeller selbst. Diese Struktur ermöglichte es ihm, seine Geschäfte effizienter zu organisieren und zugleich weitgehend abgeschirmt von öffentlicher Kontrolle zu führen.

Sein Wirken hatte dabei zwei Seiten. Einerseits senkte Rockefeller die Preise für Ölprodukte wie Kerosin, das damals eine zentrale Rolle für die Beleuchtung spielte. Er investierte kontinuierlich in Forschung und Entwicklung, verbesserte die Qualität seiner Erzeugnisse und erweiterte deren Einsatzmöglichkeiten. Zudem schuf er zahlreiche Arbeitsplätze und verwendete später einen erheblichen Teil seines Vermögens für wohltätige Zwecke in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Kunst. Andererseits wurde ihm vorgeworfen, den Wettbewerb systematisch auszuschalten, Ölquellen zu monopolisieren, Eisenbahngesellschaften zu beeinflussen, unabhängige Händler in den Ruin zu treiben und erhebliche Umweltschäden zu verursachen. Journalisten, Politiker und Verbraucher kritisierten seine enorme Macht und forderten, sie rechtlich zu begrenzen.

1890 verabschiedete der Kongress den Sherman Antitrust Act, um illegale Monopole und Kartelle zu verbieten. 1911 entschied der Oberste Gerichtshof, dass das Standard Oil Trust gegen das Gesetz verstieß und zerschlagen werden musste. Die Trust wurde in 34 kleinere Unternehmen aufgeteilt, von denen einige heute noch existieren, wie ExxonMobil, Chevron und BP. Rockefeller zog sich 1897 aus dem aktiven Geschäft zurück und widmete sich seinen philanthropischen Aktivitäten. Er starb 1937 im Alter von 97 Jahren.

Rockefellers Geschichte besitzt bis heute Bedeutung für Wirtschaft und Gesellschaft. Sie macht sichtbar, wie ein visionärer und zugleich äußerst ehrgeiziger Unternehmer eine ganze Industrie aufbauen und grundlegend verändern konnte und zugleich, dass wirtschaftliche Macht Grenzen und Verantwortung mit sich bringt. An seinem Beispiel lässt sich erkennen, welche zentrale Rolle Öl für die Entwicklung und den Wohlstand vieler Länder spielte, aber ebenso, wie eng dieser Rohstoff mit Konflikten, Umweltproblemen und sozialen Ungleichheiten verknüpft ist. Die Geschichte zeigt auch, dass ein großes Vermögen sehr unterschiedlich eingesetzt werden kann, abhängig von den Werten und Absichten seines Besitzers. Rockefellers Ölimperium bleibt damit eine ebenso faszinierende wie lehrreiche Episode, die Einsichten in Vergangenheit, Gegenwart und mögliche Zukünfte eröffnet.

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