Am 10. Januar 1917 starb William Frederick Cody, besser bekannt als Buffalo Bill, in Denver, Colorado. Er war ein berühmter Bisonjäger, Kundschafter, Soldat und Showman, der das Bild des Wilden Westens in der ganzen Welt prägte. Sein Leben war voller Abenteuer, Herausforderungen und Erfolge, die ihn zu einer der faszinierendsten Persönlichkeiten der amerikanischen Geschichte machten.
Buffalo Bill wurde am 26. Februar 1846 in Le Claire, Iowa, geboren. Schon als Kind musste er für seine Familie sorgen, nachdem sein Vater, ein Gegner der Sklaverei, gestorben war. Er arbeitete als Zugführer, Pony-Express-Reiter, Kutscher und Goldsucher. Später wurde er zum berühmten Bisonjäger, der die Arbeiter der Kansas Pacific Railway mit Fleisch versorgte. Seinen seinen Spitznamen “Buffalo Bill” erhielt er von einem Konkurrenten, der behauptete, mehr Bisons als er zu erlegen.
Buffalo Bill arbeitete zeitweise als Scout für die US-Armee und war sowohl im Amerikanischen Bürgerkrieg als auch in den sogenannten Indianerkriegen im Einsatz. Er nahm an insgesamt sechzehn Gefechten teil und erhielt 1872 die Medal of Honor. Diese Auszeichnung wurde ihm später aberkannt und erst Jahrzehnte nach seinem Tod wieder zuerkannt. In einem Gefecht am Warbonnet Creek tötete und skalpierte er den Cheyenne-Häuptling Yellow Hand und soll dabei ausgerufen haben: „Der erste Skalp für Custer!“ Zugleich pflegte er freundschaftliche Beziehungen zu mehreren indianischen Führern, darunter Sitting Bull, Red Cloud und Spotted Tail, die er später auch in seine Shows einband.
Im Jahr 1883 gründete Buffalo Bill seine legendäre Wild-West-Show, mit der er Episoden aus der Grenzgeschichte sowie idealisierte Bilder des Cowboy- und Indianerlebens auf die Bühne brachte. Zunächst tourte er durch die Vereinigten Staaten, ab 1887 auch durch Großbritannien und das europäische Festland. Millionen Zuschauer sahen seine aufwendig inszenierten Darbietungen mit Reit- und Schießvorführungen, Lassokunst, Rodeo-Elementen und indianischen Tänzen. Zu seinen Mitwirkenden zählten bekannte Persönlichkeiten wie Annie Oakley, Calamity Jane, Wild Bill Hickok und der Nez-Percé-Führer Chief Joseph. Buffalo Bill begegnete Staatsoberhäuptern, Monarchen und prominenten Zeitgenossen und wurde zu einer Symbolfigur des amerikanischen Selbstbildes am Ende des 19. Jahrhunderts.
Buffalo Bill verstand sich nicht nur als Showman, sondern auch als Gestalter. Er gründete die Stadt Cody und setzte sich früh für den Schutz der Natur ein. Zugleich vertrat er für seine Zeit ungewöhnlich progressive Positionen, indem er die Rechte der Indianer betonte und die Gleichberechtigung der Frauen unterstützte. Er galt als großzügig und sozial engagiert, förderte zahlreiche wohltätige Zwecke und bemühte sich um faire Löhne sowie angemessene Arbeitsbedingungen für seine Mitarbeiter. Trotz seines rastlosen Lebens blieb er seiner Familie verbunden. Seine Ehe mit Louisa Cody und die Beziehung zu seinen vier Kindern waren ihm wichtig, auch wenn ihn seine Reisen oft lange von ihnen trennten. Für viele war er nicht nur ein Arbeitgeber, sondern ein Freund, Förderer und Vorbild.
Buffalo Bill starb am 10. Januar 1917 im Alter von siebzig Jahren an Nierenversagen. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Lookout Mountain, von wo aus sich ein weiter Blick über Berge und Ebenen öffnet, jene Landschaften, die sein Leben geprägt hatten. Das Grab ist bis heute ein viel besuchter Ort. In Golden erinnern ein Museum und die Gedenkstätte an sein Leben, ebenso wie das Buffalo Bill Center of the West in Cody, das sein Erbe bewahrt und die vielschichtigen Facetten seiner Biografie sichtbar macht.
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