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23. Januar 2026 – Bounty Tag

Der Bounty Tag (Bounty Day) wird jedes Jahr am 23. Januar auf den Pitcairninseln begangen.

Der Bounty Tag (Bounty Day) wird jedes Jahr am 23. Januar auf den Pitcairninseln begangen. Er ist der zentrale Gedenktag der Inselgemeinschaft und erinnert an ein Ereignis aus dem Jahr 1790, das den Beginn der dauerhaften Besiedlung markiert. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Meuterei selbst, sondern die bewusste Entscheidung, auf der abgelegenen Insel zu bleiben und ein neues Leben zu beginnen.

Ausgangspunkt der Geschichte ist die Meuterei auf der britischen Bounty im April 1789. Unter der Führung von Fletcher Christian übernahm ein Teil der Besatzung das Schiff und setzte Kapitän William Bligh gemeinsam mit loyalen Seeleuten in einem offenen Boot aus. Nach einer längeren Odyssee im Südpazifik suchten die Meuterer einen Ort, der so abgelegen war, dass sie der britischen Strafverfolgung entgehen konnten. Die Wahl fiel auf Pitcairn, eine kleine Insel, die auf zeitgenössischen Seekarten ungenau verzeichnet war und daher als Versteck geeignet erschien.

Die Gruppe erreichte die Insel Mitte Januar 1790. Am 23. Januar wurde das Schiff bewusst zerstört und verbrannt. Mit diesem Schritt kappte die Gruppe jede Möglichkeit zur Rückkehr und machte aus einer vorläufigen Zuflucht eine endgültige Niederlassung. Der Bounty-Tag erinnert genau an diesen Moment. Er gilt als symbolischer Gründungstag der Gemeinschaft auf Pitcairn und steht für den Übergang von der Flucht zur dauerhaften Besiedlung.

Das Leben auf der Insel entwickelte sich in den folgenden Jahren schwierig und konfliktreich. Die kleine Gemeinschaft bestand aus europäischen Meuterern und polynesischen Männern und Frauen, die sie begleitet hatten. Machtkämpfe, Gewalt und soziale Spannungen prägten die Anfangszeit. Erst nach Jahren entstand eine stabilere Ordnung, aus der eine eng miteinander verbundene Bevölkerung hervorging. Die heutigen Bewohner der Pitcairninseln sind überwiegend Nachfahren dieser ersten Siedler.

Vom Bounty Tag am 23. Januar zu unterscheiden ist der gleichnamige Tag im Juni, der auf der Norfolkinsel begangen wird. Dort erinnert der 8. Juni nicht an die Meuterei oder das Verbrennen des Schiffs, sondern an die Ankunft der Nachfahren der Pitcairn-Bewohner im Jahr 1856. Wegen Überbevölkerung verließ damals nahezu die gesamte Bevölkerung Pitcairn und siedelte auf die zuvor aufgegebene Insel Norfolk über. Der Juni-Termin ist somit ein Migrations und Gründungsgedenktag für Norfolk Island und bezieht sich auf ein späteres Kapitel der Bounty-Geschichte.

Der Bounty-Tag auf den Pitcairninseln bleibt dagegen eng mit dem Ursprung der Gemeinschaft verbunden. Er erinnert an den endgültigen Entschluss, an einem der abgeschiedensten Orte der Welt sesshaft zu werden, und markiert einen Wendepunkt, an dem aus einem Schiff und einer Flucht eine eigenständige Inselgesellschaft entstand.

KI-Bild: Werner Niedermeier

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