Am 24. Januar 1952 trat in Deutschland das Gesetz zum Schutz der erwerbstätigen Mütter in Kraft, das werdende und stillende Mütter vor ungesunder Beschäftigung schützen sollte. Das Gesetz war eine Reaktion auf die sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen der Nachkriegszeit, in der viele Frauen gezwungen waren, unter schweren Bedingungen zu arbeiten, um ihre Familien zu ernähren. Das Gesetz sollte die Gesundheit von Mutter und Kind fördern, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern und die Diskriminierung von schwangeren und stillenden Frauen am Arbeitsplatz verhindern.
Das Gesetz enthielt verschiedene Regelungen, die bis heute gültig sind, wie zum Beispiel:
- Schutzfristen vor und nach der Entbindung, in denen die Frau nicht arbeiten darf und Mutterschaftsgeld erhält
- Verbot von Mehrarbeit, Nachtarbeit, Sonn- und Feiertagsarbeit sowie von gefährlichen oder gesundheitsschädlichen Tätigkeiten für schwangere und stillende Frauen
- Freistellung für ärztliche Untersuchungen und zum Stillen
- Kündigungsschutz während der Schwangerschaft und bis vier Monate nach der Entbindung
- Mutterschutzlohn bei Beschäftigungsverboten
- Fortbestehen des Erholungsurlaubs bei Beschäftigungsverboten
Das Gesetz war ein wichtiger Schritt für die Verbesserung der Situation von erwerbstätigen Müttern in Deutschland und wurde im Laufe der Jahre mehrmals reformiert und erweitert, um den veränderten gesellschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen anzupassen. So wurde zum Beispiel im Jahr 2018 das Gesetz zum Schutz von Müttern bei der Arbeit, in der Ausbildung und im Studium (Mutterschutzgesetz – MuSchG) verabschiedet, das den Anwendungsbereich des Gesetzes auf Schülerinnen und Studentinnen ausweitete, die Schutzfristen flexibilisierte und die Mitbestimmungsrechte der Frauen stärkte.
Das Mutterschutzgesetz ist ein Ausdruck des Grundrechts jeder Mutter auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft, das im Grundgesetz verankert ist. Es ist auch ein Zeichen der Wertschätzung und Anerkennung der Leistung von Müttern für die Gesellschaft und die Zukunft des Landes. Das Gesetz trägt dazu bei, die Chancengleichheit von Frauen im Erwerbsleben zu fördern und die Familienfreundlichkeit der Arbeitswelt zu erhöhen. Das Gesetz ist somit ein Meilenstein für die Rechte der Frauen und ein wichtiger Baustein für eine moderne und soziale Gesellschaft.

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