Am 29. Januar 1929 meldeten die Brüder Oskar und Emil Rosenfelder, die Inhaber der Vereinigten Papierwerke Nürnberg, das Warenzeichen Tempo beim Reichspatentamt in Berlin an. Sie hatten die Idee, ein Einweg-Papiertaschentuch aus Zellstoff zu produzieren, das hygienischer und praktischer als das herkömmliche Stofftaschentuch war. Der Markenname Tempo spiegelte den Zeitgeist der 1920er Jahre wider, in denen alles schnelllebig und modern war.
Die Tempo-Taschentücher wurden schnell zu einem beliebten Produkt, das in verschiedenen Packungsgrößen und Designs erhältlich war. Die Produktion stieg von 150 Millionen Stück im Jahr 1935 auf 400 Millionen Stück im Jahr 1939 an. Die Rosenfelder-Brüder, die jüdischer Herkunft waren, mussten jedoch unter dem Druck der Nationalsozialisten ihre Firma verkaufen und ins Exil fliehen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Marke Tempo von verschiedenen Firmen übernommen, bis sie schließlich 1986 an den schwedischen Konzern Essity verkauft wurde, der sie bis heute besitzt. Tempo blieb aber immer eine deutsche Marke, die sich stetig weiterentwickelte und an die Bedürfnisse der Kunden anpasste. So führte Tempo unter anderem die Z-Faltung, die wiederverschließbare Packung, die waschmaschinenfeste Formel, die Box mit Duft und die Handfeuchttücher ein.
Heute sind die Tempo-Taschentücher in über 80 Ländern erhältlich und gehören zu den bekanntesten und beliebtesten Marken für Papiertaschentücher. Das Wort Tempo ist sogar zu einem Gattungsnamen für Papiertaschentücher geworden, der oft auch für Produkte anderer Hersteller verwendet wird. Tempo ist somit mehr als nur ein Taschentuch, sondern ein Symbol für Qualität, Hygiene und Innovation.
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