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29. Januar 1938 – Kunstfaser Perlon entwickelt

Am 29. Januar 1938 gelang dem deutschen Chemiker Paul Schlack eine bahnbrechende Erfindung: Er synthetisierte eine neue Kunstfaser, die er Perlon nannte.

Am 29. Januar 1938 gelang dem deutschen Chemiker Paul Schlack eine bahnbrechende Erfindung: Er synthetisierte eine neue Kunstfaser, die er Perlon nannte. Perlon war eine Reaktion auf die amerikanische Nylonfaser, die 1935 von Wallace Carothers entwickelt wurde. Da Nylon patentiert war, suchte Schlack nach einem Weg, die Eigenschaften von Nylon zu imitieren, ohne das Patent zu verletzen.

Perlon ist ein Polymer aus der Gruppe der Polyamide, die aus langen Ketten von sich wiederholenden Einheiten bestehen. Perlon wird aus einem Monomer namens Caprolactam hergestellt, das durch ringöffnende Polymerisation zu einem langen Molekül verbunden wird. Perlon hat ähnliche Eigenschaften wie Nylon, wie hohe Festigkeit, Elastizität, Beständigkeit gegen Hitze und Chemikalien, und geringe Feuchtigkeitsaufnahme.

Perlon wurde zunächst geheim gehalten und unter dem Codenamen Perluran als kriegswichtiges Material eingestuft. Es wurde für militärische Zwecke wie Fallschirmbezüge, Zeltschnüre, Borsten zur Reinigung von Waffen und Fäden zum Nähen von Wunden verwendet. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Perlon als Kunstfaser für Textilien bekannt, vor allem für Strümpfe, die damals sehr begehrt waren. Perlon wurde auch für andere Anwendungen wie Maschinenteile, Trägermaterial für Chromatographie und Verpackungen genutzt.

Perlon war die erste synthetische Faser, die in Deutschland hergestellt wurde, und gilt als eine bedeutende Errungenschaft der deutschen Chemie. Perlon hat die Textilindustrie revolutioniert und den Weg für weitere Kunstfasern wie Polyester, Polyacryl und Polypropylen geebnet. Perlon ist bis heute ein wichtiger Werkstoff, der in vielen Bereichen eingesetzt wird.

Bildquellen auf dieser Seite:

  • Agnetha Fältskog 1976 Public Domain: Public Domain | Public Domain

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