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29. Januar 2026 – Tag des Griesgrams

Der 29. Januar ist der Tag des Griesgrams, an dem wir die mürrischen und launischen Menschen in unserem Leben ehren.

Der Tag des Griesgrams (Curmudgeons Day) fällt jedes Jahr auf den 29. Januar und widmet sich einer Figur, die im öffentlichen Diskurs selten gefeiert wird: dem mürrischen, widerborstigen, oft scharfzüngigen Menschen, der sich den Erwartungen an permanente Freundlichkeit entzieht. Der Tag lädt dazu ein, schlechte Laune nicht sofort zu therapieren oder zu übertönen, sondern sie als Teil menschlicher Vielfalt wahrzunehmen und mit einem gewissen Humor zu betrachten.

Über den genauen Ursprung dieses Aktionstages gibt es keine eindeutige Quelle. Häufig wird er auf den US-amerikanischen Schauspieler und Komiker W. C. Fields zurückgeführt, der am 29. Januar 1880 geboren wurde und wie kaum ein anderer das Image des professionellen Griesgrams pflegte. Fields kultivierte in seinen Rollen wie auch in seinem öffentlichen Auftreten eine demonstrative Menschenverachtung, gepaart mit Wortwitz und Timing; genau diese Haltung machte ihn populär. In moderneren Sammlungen kurioser Gedenktage wird der Tag des Griesgrams zudem den Kalenderprojekten von Thomas und Ruth Roy zugeschrieben, die zahlreiche inoffizielle Aktionstage etabliert haben. Unabhängig von der genauen Urheberschaft erklärt sich das Datum vor allem durch den Geburtstag von W. C. Fields und seine bis heute wirkmächtige Persona.

Der Tag des Griesgrams funktioniert weniger als ernst gemeinter Gedenktag denn als ironischer Kommentar auf gesellschaftliche Erwartungshaltungen. Er erlaubt es, Unzufriedenheit, Skepsis und schlechte Laune einmal nicht zu glätten, sondern ihnen Raum zu geben. Der Griesgram steht dabei nicht zwingend für Boshaftigkeit, sondern oft für Lebenserfahrung, Enttäuschung und eine gewisse Unabhängigkeit vom Wunsch nach sozialer Harmonie. In diesem Sinne ist der Tag auch eine kleine Gegenbewegung zur Pflicht zur Dauerpositivität.

In Film und Fernsehen gehört der Griesgram zu den beständigsten und beliebtesten Rollenmustern. W. C. Fields selbst prägte das Bild des mürrischen Einzelgängers mit bitterem Humor. Walter Matthau und Jack Lemmon machten den altersweisen Grantler in „Grumpy Old Men“ zu einer liebenswerten Hauptfigur. Jack Nicholson verkörperte in „Besser geht’s nicht“ einen neurotischen, verletzenden, zugleich verletzlichen Griesgram, der gerade durch seine Unverträglichkeit Tiefe gewann. Auch Clint Eastwood griff dieses Motiv in „Gran Torino“ auf, wo der mürrische Kriegsveteran zum Träger moralischer Ambivalenz wird. Diese Figuren zeigen, dass der Griesgram im Kino selten eindimensional bleibt; hinter der rauen Oberfläche verbergen sich oft Verletzlichkeit, Prinzipientreue oder leiser Humanismus.

Der Tag des Griesgrams erinnert damit nicht an schlechte Laune um ihrer selbst willen, sondern an das Recht auf Widerspruch, Distanz und Unbequemlichkeit. Er macht sichtbar, dass nicht jede Haltung gefällig sein muss, um berechtigt zu sein, und dass selbst der Griesgram einen festen Platz im kulturellen Selbstverständnis hat.

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