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1. Februar 2026 – Tag der heiligen Brigid

Der 1. Februar markiert in Irland und Teilen Großbritanniens den St. Brigid’s Day, einen Feiertag mit tiefen kulturellen und spirituellen Wurzeln.

Der 1. Februar markiert in Irland und Teilen Großbritanniens den St. Brigid’s Day, einen Feiertag mit tiefen kulturellen und spirituellen Wurzeln. Er ist nicht nur dem Gedenken an die heilige Brigid von Kildare gewidmet, sondern geht auf vorchristliche keltische Feste zurück. Die Vermischung von Mythologie, Heiligenverehrung und volkstümlichen Bräuchen macht ihn zu einem faszinierenden Beispiel für die Kontinuität und Anpassungsfähigkeit traditioneller Feste.

Die heilige Brigid von Kildare, nach der der Tag benannt ist, war eine der wichtigsten Gestalten des frühen irischen Christentums. Sie lebte vermutlich im 5. Jahrhundert und gründete ein bedeutendes Kloster in Kildare, das zu einem Zentrum religiösen und kulturellen Lebens wurde. Ihr wird eine außergewöhnliche Wohltätigkeit nachgesagt, ebenso wie die Fähigkeit zu Wundern. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich Brigid zur Schutzpatronin Irlands, gleichrangig mit dem bekannteren St. Patrick.

Doch lange vor der Christianisierung Irlands existierte bereits eine keltische Göttin namens Brigid. Sie galt als Göttin der Dichtkunst, der Heilkunst und des Schmiedehandwerks; drei Aspekte, die eng mit Wissen, Kreativität und Transformation verbunden sind. Die Namensgleichheit zwischen der heiligen Brigid und der keltischen Gottheit ist kein Zufall: Frühchristliche Missionare übernahmen oft bestehende heidnische Figuren und passten sie dem neuen Glauben an.

Der Tag der heiligen Brigid fällt mit dem alten keltischen Fest Imbolc zusammen, das den Übergang vom Winter zum Frühling markiert. Es war eine Zeit des Neubeginns, der Reinigung und der Hoffnung. In einer vorwiegend agrarischen Gesellschaft symbolisierte Imbolc die Zeit, in der das Vieh wieder Milch gab und die Tage spürbar länger wurden. Feuer und Licht spielten eine große Rolle, da sie Wärme und Wachstum verkörperten.

Viele Bräuche von Imbolc wurden in den St. Brigid’s Day integriert. Besonders verbreitet ist das Flechten des Brigid-Kreuzes, ein aus Schilf oder Stroh gefertigtes Kreuz mit einem quadratischen Zentrum. Diese Kreuze wurden in Häusern und Ställen aufgehängt, um Schutz und Segen zu bringen.

Auch heute wird der Tag vor allem in Irland begangen, wenn auch mit regionalen Unterschieden. Traditionelle Rituale wie das Segnen von Wasser, das Anzünden von Kerzen oder das Aufhängen des Brigid-Kreuzes sind weiterhin verbreitet. Seit 2023 ist der 1. Februar in Irland sogar ein offizieller Feiertag.

Neben den religiösen Aspekten gewinnt der Tag zunehmend Bedeutung als Feier der weiblichen Kreativität und Stärke. Insbesondere in Irland wird er als Tag der Frauen und der Erneuerung interpretiert, oft mit kulturellen Veranstaltungen, Lesungen und künstlerischen Darbietungen.

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