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27. Februar 1900 – Gründung des FC Bayern München

Am 27. Februar 1900 gründeten elf Fußballspieler nach einem Streit mit dem MTV München in einer Gaststätte den FC Bayern München.

Am 27. Februar 1900, an einem Faschingsdienstag, wurde in München der FC Bayern München gegründet, ein Verein, der damals nicht mehr war als ein trotziges Versprechen: Fußball sollte nicht länger als Nebensache behandelt werden. Vorausgegangen war ein Streit im Männer Turn Verein München, kurz MTV. Die Fußballer dort drängten darauf, sich dem organisierten Spielbetrieb in Süddeutschland anzuschließen und eigenständig aufzutreten; im MTV stieß das auf Widerstand. Als die Diskussion in einer Versammlung eskalierte, verließen elf Fußballer den Saal und gingen wenige Straßen weiter in das Café Gisela. Dort beschlossen sie noch am selben Abend die Gründung des Münchner Fußball Club Bayern; erster Präsident wurde Franz John.

Der Ort dieser Gründung war kein Vereinsheim, kein Sportplatz und kein Stadion, sondern ein bürgerliches Restaurant im Herzen der Stadt: das damalige Café Gisela in der Fürstenstraße 2, nahe dem Odeonsplatz; die Straße heißt heute Kardinal Döpfner Straße. Die Gründungsurkunde trug 17 Unterschriften, auch wenn laut Protokoll nicht alle Unterzeichner an diesem Abend anwesend gewesen waren. Aus einem Konflikt um Anerkennung und Autonomie entstand ein Club, der sich von Beginn an über klare Ziele definierte: regelmäßiger Wettbewerb, sportlicher Ehrgeiz, Unabhängigkeit in der Organisation.

In den ersten Jahrzehnten wuchs Bayern München im Münchner Fußball rasch, gewann regionale Titel und wurde 1932 erstmals deutscher Meister. Die Zeit des Nationalsozialismus traf den Verein wie viele andere; besonders sichtbar wurde dies am Schicksal des jüdischen Präsidenten Kurt Landauer, der den Club zuvor entscheidend geprägt hatte, ins Exil gezwungen wurde und nach dem Krieg zurückkehrte. Nach 1945 fand der Verein in der jungen Bundesrepublik wieder Anschluss.

Als 1963 die Bundesliga gegründet wurde, war Bayern zunächst nicht dabei. Die Auswahl der 16 Gründungsvereine erfolgte nicht allein nach der aktuellen sportlichen Stärke, sondern nach einem Bewertungssystem, das die Leistungen der vorangegangenen zwölf Jahre berücksichtigte, wirtschaftliche Kriterien einbezog und eine regionale Verteilung sicherstellen sollte. Aus München erhielt der Lokalrivale TSV 1860 München den Vorzug, da er in den Jahren vor 1963 konstantere Ergebnisse in der Oberliga Süd erzielt hatte und in der Zwölfjahreswertung besser platziert war. Bayern hatte zwar 1957 den DFB Pokal gewonnen, war jedoch sportlich nicht durchgehend auf Spitzenniveau vertreten gewesen und fiel deshalb bei der Entscheidung durch das Raster. 1965 gelang dem Verein der Aufstieg in die Bundesliga; seitdem blieb er ununterbrochen erstklassig.

Den Schritt vom ambitionierten Traditionsclub zur europäischen Spitzenmannschaft vollzog Bayern vor allem in den 1970er Jahren. Eine Generation um Franz Beckenbauer und Gerd Müller machte den Verein international bekannt; von 1974 bis 1976 gewann der Club dreimal in Folge den Europapokal der Landesmeister. Später folgten weitere europäische Höhepunkte: der Gewinn der Champions League 2001, das Triple Jahr 2013 und erneut das Triple 2020. National baute der Verein seine Stellung ebenfalls aus; bis 2025 hatte Bayern 34 deutsche Meistertitel errungen und war zudem Rekordsieger im DFB Pokal.

Aus dem Club, der 1900 in einem Café um seine Eigenständigkeit gerungen hatte, entwickelte sich im 21. Jahrhundert ein wirtschaftlich starkes Unternehmen mit klarer Struktur. Der Profifußball wurde 2001 in eine Aktiengesellschaft ausgegliedert; der eingetragene Verein blieb Mehrheitsgesellschafter. Mit dem Umzug in die Allianz Arena im Jahr 2005 erhielt Bayern ein modernes Stadion, das sportlich wie wirtschaftlich neue Maßstäbe setzte. 2025 zählte der Verein über 430.000 Mitglieder und galt damit als mitgliederstärkster Sportverein der Welt.

Rückblickend ließ sich die Gründung des FC Bayern München als Münchner Geschichte lesen, zugleich aber auch als Beispiel für den Aufstieg des Fußballs vom umstrittenen Freizeitsport zur prägenden Massenkultur. Aus einem Streit um Spielbetrieb war ein Verein hervorgegangen, der den deutschen Fußball nachhaltig beeinflusste. Im Kern blieb jedoch das Motiv von 1900 erkennbar: der Wille, selbst zu entscheiden, wie und mit wem man Fußball spielte.

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